Wednesday, September 30, 2009

Reading List: August & September 2009

Non-Fiction:

Drew Gilpin Faust: This Republic of Suffering. Death and the American Civil War.
Alan Weisman: The World Without Us.
Denis Johnson: In der Hölle.

Fiction:

Michael Köhlmeier: Idylle mit ertrinkendem Hund.
William Gibson: Pattern Recognition.
Austin Grossman: Soon I Will Be Invincible.
Virginia Woolf: Jacob's Room.
Lorrie Moore: Who Will Run the Frog Hospital?
Dietmar Dath: Dirac.
Sarah Waters: The Night Watch.

Other:

Sarah Kane: Complete Plays. Blasted. Phaedra's Love. Cleansed. Crave. 4.48 Psychosis. Skin.
Brian Wood: DMZ (Issue 1 to 43)
Terry Moore: Strangers in Paradise.

Films:

Frozen River (2008, Courntey Hunt) ***.
Love My Life (2006, Koji Kawano) **.
Snow Angels (2007, David Gordon Green) ****.
Adventureland (2009, Greg Mottola) ****.
Life of Brian (1979, Terry Jones) ***.
The Meaning of Life (1983, Terry Jones) ***.
Silent Hill (2006, Christophe Gans) ***.
Irma La Douce (1963, Billy Wilder) ****.
The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford (2007, Andrew Dominik) ***.
Mysterious Skin (2004, Gregg Araki) *****.
Brick (2005, Rian Johnson) *****.
Nick & Norah's Infinite Playlist (2008, Peter Sollett) ***.
Smart People (2008, Noam Murro) ***.
Synecdoche, New York (2008, Charlie Kaufman) **.
Drag Me to Hell (2009, Sam Raimi) **.
Soylent Green (1973, Richard Fleischer) ***.
El laberinto del fauno (2006, Guillermo del Toro) ****.
XXY (2007, Lucia Puenzo) ****.
Marion Bridge (2002, Wiebke von Carolsfeld) ***.
Infamous (2006, Douglas McGrath) ****.
Glory (1989, Edward Zwick) ***.
Gettysburg (1993, Ronald F. Maxwell) ****.
Andersonville (1996, John Frankenheimer) ****.

And welcome, autumn!

As was possibly obvious from the quality of content here over the past months (did I actually get excited over "Jennifer's Body"? How come that my brain shuts off all higher functions in summer?), I did not put much energy into the development of the blog. I did not make up my mind what shape the personal posts would take in the future, if I should keep the sometimes cynical, sometimes infantile and angry tone out of the political posts, and how to write about pop culture without making it sound completely random. Phases like this happen. They are the reason why I don't ever feel like anyone talks about me when the phenomenon of blogging is discussed - because this still feels like more of a personal diary, slightly adapted because its "out there", but not really concerned about being an available CV of all my awesome accomplishments or a business card. It is sometimes random, sometimes rambling, sometimes filled with stuff that doesn't even interest me all that much a few days later, but I feel it helps me to keep track of what's going. It's only driftwood, only fragments, but that alone makes it totally worth it.
Ah, what I meant to say was, autumn, and I have a resolution for the most awesome of all seasons. To bring order into the chaos. To put some things into regular features instead of just throwing them around so much.

Monday, September 28, 2009

To counter vague theories with anecdotal evidence

As a sort of answer to the theory that the European Social Democrats are losing elections because all those smart educated people have realized that the true reason for the crisis was government regulation of the financial industry (wow, you say, why DID I NOT THINK OF THAT?), I very much recommend the most recent This American Life Podcast that describes how all those wacky mortages (like "no income, no assets" - NINA) could happen, and what kind of geniuses were earning thousands of dollars and blowing them on champaign.

Thursday, September 24, 2009

Linkliste unbehandelter Themen

Mit einem Film-Schwerpunkt:

Die Zeit (mit neuem, irgendwie weniger handlichem Look) hat ein umfangreiches Interview mit Katharina Schüttler und Iris Berben, die Tochter und Mutter in dem Film "Es kommt der Tag" von Susanne Schneider spielen. Die Geschichte: eine ehemalige Terroristin hat ihrer Tochter zurückgelassen, als sich die beiden wiedertreffen, gibt es unüberwindbare Konflikte zwischen den beiden Frauen. Im Interview wird angerissen, dass die anfängliche Beziehung zwischen den beiden weiblichen Hauptdarstellerinnen nicht unkompliziert war: Schüttler dachte erstmal, Berben hätte die Rolle wegen ihrer Popularität bekommen, und Berben war von Schüttlers Intensität überwältigt. Interessant dabei ist, dass in den Specials zur DVD von "Die innere Sicherheit" (wo die Terroristen ihre Tochter nicht zurückgelassen haben, sondern in ein Leben unter der Glasglocke getrieben haben, ständig auf der Flucht) durchklingt, dass Julia Hummer und Barbara Auer ebenfalls nicht gerade reibungsfrei unter Christian Petzold zusammengearbeitet hatten.

"Some Days Are Better Than Others", der Debütfilm des Videoclipregisseurs Matt McCormack (unter anderem: "Jumpers" von dem letzten Sleater-Kinney-Album), hat Carrie Brownstein (yay) und James Mercer (von den "Shins") in den Hauptrollen. Keine Ahnung, wie das offiziell zu beziehen sein wird. Aber Carrie Brownstein!

Some Days are Better than Others (trailer) from matt mccormick on Vimeo.



Der apokalyptische Sandsturm in Sydney hat eine gute Seite: ziemlich fantastische Bilder.

Und, um wieder zu Portland zurückzukommen: In den letzten Monaten hatte ich mir eingebildet, ich könnte den spezifischen Portlander Dialekt erkennen (an der gefühlten Nähe zu Carrie Brownstein in den All Songs Considered Podcasts). In den klassischen Einteilungen der USA in Dialekte kommt der pazifische Nordwesten nicht vor, aber es gibt eine aktuelle Diskussion unter Linguisten, ob junge Menschen aus Portland in den letzten Jahren eine Art eigenen Dialekt entwickelt haben, der linguistisch zwischen California und Canada angesiedelt ist. Für mich klingt es danach, als würde es dort sehr viel regnen. Schnupfen und so.

"Neuer Ausländerkurs"

Das Hauptproblem in der Diskussion um Migration und Integration? Das verschiedene Themen zusammengeworfen werden, die im Grunde genommen nichts miteinander zu tun haben, als dass sie eine ähnliche reflexartige Ablehnung von allem herausfordern, das irgendwie "unbekannt und fremd" erscheint.

Da ist erstens das Problem der Schulen und die vielzitierten Klassen mit einem großen Anteil an Kindern, die Deutsch nicht als Muttersprache sprechen. Erstens wird vom Schulsystem verlangt, viele Probleme zu lösen, die sonst nicht angegangen werden, als wären die menschlichen Ressourcen dort unbegrenzt - ohne dass strukturelle Veränderngen vorgenommen werden, die helfen könnten, die Probleme zu lösen (etwa: Jugendlichen mit Migrationshintergrund eine Karriere im Bildungssektor schmackhaft machen, vermehrt Fremdsprachenkompetenz bei LehrerInnen fördern, etc.). Das Schulproblem ist eigentlich ein Wohnproblem: dadurch, das etwa in Wien Gemeindewohnungen der nicht-österreichischen Bevölkerung nicht zur Verfügung standen, kam es zu einer Konzentration in bestimmten Bezirken (vor allem jenen mit nichtsanierten Altbauwohnungen). Die österreichische Bevölkerung zieht weg oder, wenn leistbar, entscheidet sich für teure Privatschulen. Dadurch kommt es zu einer unregelmäßigen Verteilung und zu einer Konzentration des Problems in bestimmten Bezirken oder bestimmten Bezirkteilen, obwohl der Stadt Wien eigentlich mit den weit verstreuten Gemeindewohnungen ein gutes Mittel zur Verfügung gestanden hätte, das zu verhindern.
Wie man dieses Problem zu lösen beginnen könnte? Bestimmt nicht mit der Fremdenrechtnovelle, die von der SPÖ mitbeschlossen werden soll, denn die hat nichts mit Integration zu tun, sondern fragt, wer sich hier legal aufhalten darf und welche Mittel angemessen sind, Menschen, die nach der juristischen Definition nicht hier sein dürfen, wieder abzuschieben. Kein Punkt in diese Nouvelle bespricht, wie Menschen, die legal hier sind, "integriert" werden können.

Zweitens: in unserer Nachbarschaft soll eine Moschee gebaut werden. Wir haben Angst.
Das hat erstmal gar nichts mit "Ausländern" zu tun, sondern mit Menschen, die einen anderen Glauben haben als den römisch-katholischen, für dessen Ausübung ja schon genug Infrastruktur vorhanden ist (hallo, Kirchturmglocke um sieben Uhr morgens). Ich schaffe es nicht, mich intellektuell in Menschen hineinzuversetzen, die sich von der Architektur von Minaretten bedroht fühlen (andererseits verstehen die auch nicht, warum ich mich von katholischen Vertretern bei Diskussionen um die "Homo-Ehe" belästigt fühle). Für mich ist das eine entweder-oder Geschichte: entweder eine Entscheidung, Religion als Private Angelegenheit definieren, die in der Öffentlichkeit keinen Platz haben (adieu, Holzkreuz in der Schulklasse), oder allen offiziellen Religionen die gleichen Rechte eingestehen, und das inkludiert eine der Menge an Gläubigen angemessene Infrastruktur mit Gebäuden, die der Tradition dieser Religion entsprechen, solange sie mit der allgemeinen Bauordnung übereinstimmt (heißt das so?).

Drittens: das merkwürdige Konzept der "westlichen Werte", die alles sein können, was gerade den Ideologien der Parteien entspricht, die sie anrufen. Für die FPÖ bestehen haben die westlichen Werte irgendwas mit dem "christlichen Abendland" zu tun und schließen explizit aus, dass zum Beispiel Moslems "richtige" Österreicher sein können - auch wenn ein Großteil der Wiener Bevölkerung sich längst nicht als katholisch bezeichnet, und das eigentliche Merkmal der westlichen demokratischen Gesellschaft eine klare Trennung von Religion und Staat ist. (und die ist gerade in Österreich nicht so klar wie in anderen Ländern der "westlichen Welt") Ha, sagen jetzt manche, aber genau diese Trennung von Religion und Staat wollen diese Fundamentalisten ja aufheben. Aber haben sie irgendeine Art von politischem Einfluss? Nein - ihr Einfluss beschränkt sich auf die eigenen Familien, auf die eigene community, und hat nichts mit dem politischen System Österreichs zu tun. Was man gegen Zwangsehen tun kann und Mädchen, die von ihrer Familie verboten bekommen, eine höherbildende Schule zu besuchen (egal, welche Religion oder was auch immer?) Entsprechende Strukturen schaffen, an die sich Menschen mit familiären Problemen wenden können, statt diese auszuhungern. Strukturen, die Mädchen, die ihren Bildungsweg nicht so verfolgen können, wie sie wollen, genau so helfen, wie homosexuellen Jugendlichen, die in ihren Familien Probleme haben, Opfer häuslicher Gewalt und so weiter.
Teil dieses Gedankens der "westlichen Werte", die sich, wenn sie ausformuliert werden, irgendwo zwischen "demokratische Werte akzeptieren" und "offensichtlich schwule Pärchen nicht auf der Straße zusammenschlagen" und "Frauen und Männer sich gleichberechtigt" (vereinfacht in "die Tochter am schulischen Schwimmunterricht teilnehmen lassen) bewegen, ist, dass Fremde hier diese verinnerlichen sollen - es soll getestet werden, ob sich auch wirklich dran glauben, und es nicht nur vortäuschen, während diejenigen, die die Staatsbürgerschaft bereits haben, fröhlich weiterhin nicht wählen gehen, sich vor dem Wählen nicht über die Programme der Parteien oder überhaupt die Strukturen des politischen Systems informieren, am Stammtisch weiter homophob sein können und, falls männlich weiterhin ein etwa um ein Drittel höheres Gehalt kassieren dürfen. Das einzige, woran sich alle halten müssen, sind die Gesetze. Und niemand fragt, ob man sich an die hält, weil man wirklich dran glaubt, oder weil man Angst vor Bestrafung hat.

Viertens: das Asylrecht, das ewige Sorgenkind. Das Recht aus Asyl ist in den Genfer Konventionen verankert, die vom österreichischen Staat unterzeichnet wurden. Es gibt kein "Scheinasyl" - Menschen, die den Flüchtlingsstatus in Österreich erhalten, wurde dieser im Laufe eines Verfahrens, das ihre Fluchtgründe geprüft hat, zuerkannt. Es gibt noch den Fall des "refoulements", wo Asylwerber der Flüchtlingsstatus zwar nicht zuerkannt wird, aber die Umstände im Herkunftsland als so gefährlich eingestuft werden (etwa: ein Bürgerkrieg ist inzwischen ausgebrochen), dass eine Rückschiebung einstweilen verschoben wird. Menschen, die sich im Verfahren befinden, sind Asylwerber. Dass das Verfahren so lange dauert, liegt an der unzureichenden Ausstattung der zuständigen Behörden, jährlicher "Reformen", und dem Umstand, dass die erstinstanzliche Entscheidung in vielen Fällen nicht korrekt ist (Statistiken aus Zeiten des Unabhängigen Asylsenats, inzwischen vom Asylgerichtshof abgelöst, hier). Dafür, wie mit jenen "Fremden" zu verfahren ist, deren Verfahren in letzter Instanz näher entschieden wurde, gibt es Gesetze. Ob es wirklich hilft, an der Grenze der Legalitität den Zugang zu Verfahren zu beschränken, nur um diese zu beschleunigen, ist eine andere Geschichte, und ob die Zustimmung zu solchen Gesetzen wirklich Kompetenz im Fremdenrechtsbereich demonstriert, auch.

Fünftens: Die Zahl der Einbrüche nimmt zu. Das hat wirklich nichts mit Migration und Integration zu tun, taucht aber verlässlich in jeder Diskussion auf. Das ist eine komplizierte Geschichte für mich, weil ich weder für eine erhöhte Polizeipräsenz auf den Straßen bin, noch dafür, dass die Innengrenzen der EU stärker überwacht werden. Andererseits ist auch noch niemand in meiner Familie Opfer eines Einbruchs geworden --- und ein post-materialistisches Verhältnis zum weltlichen Besitz vorzuschlagen, würde wahrscheinlich auch nicht allzu weit führen. Die moderne Technologie wirds richten.

So stellt sich das Fräulein T zumindest die Welt vor. Zur Finanzierung all dieser Punkte schlage ich eine lächerlich hohe Steuer auf Autos vor (grrr, Autos). Oder Zweitwohnsitze.

(ach, und das passt hier zwar grad nicht so gut rein, aber ich fand die Stelle im Falter-Interview mit Sarah Wiener spannend, an der sie meinte, manche Menschen, die ihre eigene Armut beklagen, hätten viele Fernseher und würden drei Päckchen Zigaretten am Tag rauchen.)

"Jetzt klingen Sie ganz wie eine neoliberale Geschäftsfrau.
Wiener: Die Leute haben es irre schwer. Ich war in solchen Familien. Aber es ist keine finanzielle Frage. Die haben mehr DVDs, als ich je haben werde, und drei Fernseher und noch einen im Kinderzimmer, weil man will ja dem Kind was gönnen. Die Mutter raucht drei Schachteln und sagt, sie hat keine Knete. Dann sag ich: Baby, du gibst jeden Tag 15 Euro für Fluppen aus, weißt du, was ich für 15 Euro jeden Tag kochen kann? Aber nicht jeder raucht drei Schachteln Zigaretten, nicht jeder ist faul. Und selbst die haben eine Vorgeschichte. Es gibt natürlich arme Leute, Kranke und Pensionisten, die halb am Verhungern sind."

Falter: Die Vorzeigeköchin Sarah Wiener über Disziplin und Maßlosigkeit
Der Reihenfolge nach war meine Reaktion in etwa: hm, ja, irgendwie, ja, schon, aber, hm, so kann man das eigentlich nicht vereinfachen, hm, das ist schon ein arges "ich kenn die bloß aus den RTL-Reality-Soaps", aber vielleicht auch nicht, hm. Aber so als Fernsehköchin find ich sie schon gut.

Wednesday, September 23, 2009

When to admit a defeat

"Among the alternatives being presented to Mr. Obama is Mr. Biden’s suggestion to revamp the strategy altogether. Instead of increasing troops, officials said, Mr. Biden proposed scaling back the overall American military presence. Rather than trying to protect the Afghan population from the Taliban, American forces would concentrate on strikes against Qaeda cells, primarily in Pakistan, using special forces, Predator missile attacks and other surgical tactics.
The Americans would accelerate training of Afghan forces and provide support as they took the lead against the Taliban. But the emphasis would shift to Pakistan. Mr. Biden has often said that the United States spends something like $30 in Afghanistan for every $1 in Pakistan, even though in his view the main threat to American national security interests is in Pakistan. [...]
A shift from a counterinsurgency strategy to a focus on counterterrorism would turn the administration’s current theory on its head. The strategy Mr. Obama adopted in March concluded that to defeat Al Qaeda, the United States needed to keep the Taliban from returning to power in Afghanistan and making it a haven once again for Osama bin Laden’s network. Mr. Biden’s position questions that assumption."

NY Times: Obama Is Considering Strategy Shift in Afghan War, September 23, 2009

Tuesday, September 22, 2009

Linkliste unbehandelter Themen

Die Idee des "Raketenschilds" wurde dorthin geworfen, wo schon frühe gescheiterte Flugmaschinen und das U-Bood der Confederate States liegen: in den Papierkorb der Geschichte. Ich habe ja irgendwann früher schon mal die West-Wing-Folge erwähnt, in der Leos pet project des Raketenabwehsystems aufs Korn genommen wurde - In der Rachel Maddow Show wurde die dazugehörige Peanuts-Metapher erklärt. Wer gerne die Gegenseite erläutert bekommen möchte: Hier die Reaktionen einiger konservativer Think Tanks.

Das Ergebnis der Landtagswahlen in Vorarlberg sollte man sich lieber nicht als pie chart ansehen (trust me, those are sleepless nights you'll never get back). Dankenswerter Weise wird die FPÖ, über 25 %, von den Regierungsverhandlungen ausgeschlossen, wie vor der Wahl vom Vorarlberger ÖVP-Landeschef Sausgruber versprochen. Dass das keine langfristige Lösung sein kann, ist wohl trotzdem jedem klar. Die Bundes-SPÖ überlegt inzwischen eine "neue Linie bei Integrationsfragen" und bezeichnet die Zustimmung zu der hier schon behandelten Fremdengesetznovelle als ersten Schritt. Das verspricht einen wunderbaren Wiener Wahlkampf, und wir können dann so tun, als wären die virtuellen Netzwerke ein sicheres Nest, in das man sich zurückziehen kann, solange man nicht länger als 10 Minuten das Haus verlässt. Cheers!

Übrigens: die Metapher für "wenn man PolitikwissenschaftlerInnen nach ihrer Meinung zur nächsten Wahl bzw. zu deren eigener Parteipräferenz befragt" ist "einen Arzt beim Abendessen um dessen Meinung zu einem peinlichen Hautausschlag bitten". Vor allem, wenn der betreffende Arzt zum Beispiel Neurologe ist, nicht Dermatologe.

And if Captain Hammer says the Internet is just a fad, it must be true!

Monday, September 14, 2009

Gegenseitiges Händewaschen

Für die Zustimmung zur Fremdenrechtsnovelle der ÖVP erkauft sich die SPÖ vom Finanzministerium die Kassenentschuldung. Die angesprochene Novelle bringt Einschränkungen bei der Möglichkeit, Folgeanträge einzubringen (zu "Verfahrensverkürzung" in good speak, zur "schnelleren Abschiebemöglichkeit" für die andere Zielgruppe), eine "Ausweitung der Schubhaftmöglichkeiten" und die umstrittenen radiologischen Untersuchungen zur Altersfeststellung, allerdings scheinbar bloß "freiwillig" (obwohl es in der Novelle wortwörtlich heißt, dass wenn der Fremde seine eigene Minderjährigkeit nicht ausreichend nachweisen kann, "das Bundesasylamt oder der Asylgerichtshof die Vornahme einer radiologischen Untersuchung zur Alterseingrenzung anordnen" können, und weiter "Die Weigerung des Fremden, an der Untersuchung mitzuwirken, ist im Rahmen der Beweiswürdigung zu berücksichtigen").
Hier gibt es dazu einen Artikel der Science Busters, die zum Ergebnis kommen, dass eine Altersfeststellung nur mit einer Genauigkeit von drei Jahren vorgenommen werden kann. Der darin zitierte Artikel des Deutschen Ärzteblatts kommt zu dem Befund, dass vor allem bei anderen Ethnien zu wenig Vergleichsergebnisse vorhanden sind, um mehr als eine Schätzung abzugeben.
Bei einem Nachweis der Verwandtschaftsverhältnisse muss der Betroffene selbst für die DNA-Analyse aufkommen.
Bei all diesen Punkten ist immer zu bedenken, dass viele "Fremde" ohne Papiere ankommen, nicht, weil sie ihre Identität verheimlichen wollen, sondern weil sie diese im Laufe ihrer Flucht aus welchen Gründen auch immer verloren haben, weil sie ihnen abgenommen worden sind, oder weil sie sie aus Sicherheitsgründen gar nicht erst mitnehmen konnten.

Der Entwurf im Wortlaut

Ein Dokument von der Website des Innenministeriums: "Fremdenwesen. Fachgespräch mit Innenministerin Maria Fekter am 10. Juni 2009 - Vorsicht, 197 Seiten PDF)
"Wie im Regierungsprogramm zur XXIV. Gesetzgebungsperiode dargestellt (Punkt 1.2, Seite 105), steht der Vollzug des Asyl- und Fremdenpolizeirechts vor der Herausforderung, dass Fremde, deren Antrag auf internationalen Schutz zurückoder abgewiesen wurde, oftmals einen oder mehrere weitere Anträge auf internationalen Schutz stellen (Folgeanträge). Diese Anträge dienen oft nicht dem berechtigten Vorbringen neuer Asylgründe, sondern alleinig der Verhinderung oder Verzögerung fremdenpolizeilicher Maßnahmen und damit der ungerechtfertigten Verlängerung des faktischen Aufenthalts in Österreich. Dadurch gelingt es den Fremden in vielen Fällen, die Effektuierung fremdenpolizeilicher Maßnahmen, insbesondere Abschiebungen, über einen gewissen Zeitraum zu verhindern. Diese Vorgangsweise stellt eine enorme administrative Belastung für das Asylsystem dar und wird in einem den geordneten Vollzug des Fremdenwesens gefährdenden Ausmaß angewandt. [...] Folgeanträge stellen unter bestimmten Voraussetzungen auch einen eigenen Schubhafttatbestand dar."
Stellungnahme von Norbert Darabos zur Einigung der beiden Regierungsparteien
Zusammenfassung der Stellungnahmen dazu bei der Presse (die verlässlich die symphatischsten Poster hat)
Stellungnahme des Datenschutzrates
Stellungnahme des Roten Kreuz

eingeleitet mit dem Satz:
"Das ORK beobachtet mit Sorge die immer engere Verquickung der Themen Asyl und Kriminalität in der politischen, medialen und gesellschaftlichen Debatte der letzten Monate und die damit einhergehende drohende nachhaltige Schädigung des Instituts Asyl in Osterreich ."
Die Nationalratdebatte dazu findet im Oktober statt.

Friday, September 11, 2009

A quote, a reference

"Ich habe eine Taschenausgabe des Neuen Testaments dabei, aber es fällt mir nicht leicht, darin zu lesen, denn im Augenblick lebe ich selbst in der Welt der Bibel – einer Welt der Krüppel und Monster, einer Welt der verzweifelten Hoffnung auf einen wütenden Gott, einer Welt der Verbannung, der Machtlosigkeit und des Wartens, Wartens und Wartens. Aber auch einer Welt der Wunder und der Erlösung. Man nehme die Erfindung der Kalaschnikow im Jahre 1947 hinzu, und das Leben wird spannend. Es ist schwer, die Apostelgeschichte zu lesen, wie ich es getan habe, und sich dabei zu vergegenwärtigen, dass die Dinge seit Anbeginn der Schöpfung so sind. Es rüttelt an den Grundfesten des Glaubens – meines Glaubens jedenfalls.“

Denis Johnson: In der Hölle - Blicke in den Abgrund der Welt, Seite 67f
"In der Hölle" ist eine Sammlung von drei Reportagen, die der amerikanische Schriftsteller Denis Johnson über Afrika (zweimal Liberia, einmal Somalia) geschrieben hat. Sie sind in dieser Zusammenstellung nicht englischsprachig erhältlich, aber Teil einer größeren Sammlung namens "Seek: Reports from the Edges of America and Beyond". Er war eine außergewöhnliche Wahl für die Magazine, für die er gearbeitet hat: kein durchtrainierter, perfekt geschulter eingebetteter Journalist, sondern ein Exjunkie, der gerade erst ein bürgerliches Leben in Idaho begonnen hatte. An diesen Reportagen über Krisenregionen in Afrika (vor allem an Ryszard Kapuscinski, der vor zwei Jahren verstorben ist) interessiert mich die Perspektive, die Journalisten von außen einnehmen. Mit welchen Vermutungen kommen sie dort an? Welche Urteile stellen sie über die Objekte ihrer Reportage an? Denis Johnsons "In der Hölle" ist eine spannende Sammlung an Reportagen, sagt aber im Endeffekt mehr über den Autor aus, als über das, was er beobachtet.

Marketing of Things II

Der Trailer zu dem von Diablo Cody geschriebenen und von Karyn Kusama in Szene gesetzten Film "Jennifer's Body" liegt hier jetzt unkommentiert rum, und ohne den Film gesehen zu haben, geistern trotzdem, seit ich den Trailer das erste Mal gesehen habe, alle möglichen Gedanken dazu in meinem Kopf herum. Erstens: in einem Interview verteidigte Diablo Cody einen gut vermarketbaren Kuss zwischen den beiden weiblichen Hauptdarstellerinnen Megan Fox und Amanda Seyfried gegen den Vorwurf, nur aus Marketinggründen schon in der Promotionsphase veröffentlicht worden zu sein. Außerdem ist da die Grundprämisse des Films: ein Mädchen wird in einem Ritual "geopfert", um einer Band einen Plattenvertrag zu bringen. Das Ritual geht schief, weil sie nicht jungfräulich ist. Mädchen verwandelt sich in Männeressendes Monster. Ihre leicht von ihr besessene Freundin (passenderweise mit dem Namen "Needy", gespielt von Seyfried") verwandelt sich, oder zumindest stelle ich mir das so vor, vom geeky girl ("you can't even finish gym class") zur Dämonenjägerin ("I will finish you").
Klischees aus Horrofilmen auf den Kopf zu stellen und nach den spezifischen Machtanordnungen zu suchen ist natürlich spannend - aber sobald ein Film von Dämonen erzählt, muss er mit den besten Beispielen aus diesem Genre in Konkurrenz treten (der Gründungsmythos von "Buffy": das Klischee von "the little blonde girl who goes into a dark alley and gets killed in every horror movie" auf den Kopf stellen, wobei in diesem Zusammenhang auch spannend ist, dass die erste Szene der Serie keineswegs der blonden Vampirjägern gehört, sondern Darla, der blonden Vampirin, die in einer "Hard Candy"-artigen Umkehrung zuschauerlicher Erwartungshaltungen den Mann zum Opfer macht, denn man vom Aufbau der Szene her für den potentiellen Täter gehalten hätte). Vielleicht will Diablo Cody aber einfach nur einen lustigen Horrorfilm aus einer anderen Perspektive erzählen, und den Film zu ernst zu nehmen und auf seine Klischees hin zu analysieren ist unfair, weil ähnliche Produkte von männlichen Regisseuren und Autoren niemals die gleichen Ansprüche erfüllen müssten, wie sie auch im Interview argumentiert? (ein Review der Vorführung am Toronto-Filmfestival des Hollywood Reporters ist nicht glücklich mit dem Film).
Wenn ich ihn zu sehen bekomme, werde ich ihn zu Tode analysieren. Es passiert so selten, dass viele merkwürdige Dinge auf einmal passieren (Drew Barrymore und Ellen Page bewerben "Whip It!", das Staffelfinale von "True Blood" steht vor der Tür, Teenager werden von "Twilight" indoktriniert, was in der Grundprämisse das böse Gegenteil von "Buffy" ist), die sich in meinem Kopf zu einem einzigen großen Diskurs zusammenfügen.

Marketing of things

Die letzten Tage über: Kleine Krise. Ich habe versucht, Anschlusspunkte zu finden, aber irgendwie wirkt das Blog in den letzten Monaten ungewollt fragmentiert, weil ich keinen Fokus mehr gefunden habe - keine Wahlen, nur langsam im Hintergrund ablaufende Prozesse, die in dieser Form schwierig zu verfolgen sind. Es ließe sich etwa schreiben, dass es furchtbar ist, wenn eigentlich eine breite öffentliche Debatte über die Funktionen stattfinden sollte, die das öffentliche Schulsystem erfüllen soll, und welche Mittel dafür bereit gestellt werden, statt sich bloß darüber zu unterhalten, was die zuständige Ministerin in ihrem früheren Job gemacht hat (offensichtlich ähnliches wie die meisten anderen in der gleichen Funktion), oder ob LehrerInnen früher mehr oder weniger gearbeitet haben.
Dabei ist spannend zu beobachten, wie gleichzeitig in den USA eine Debatte über eine Gesundheitsreform in einer öffentlichen Rede mündet (vor einer joint session des Kongresses, aber im Fernsehen übertragen und danach von allen Seiten zerlegt und analysiert), und zu einer Art Grundlage für einen Diskussions-Kanon werden kann, als Ausgangs- und Referenzpunkt, als autoritäre Quelle. Wobei die Soundbites dieser Rede ("die Zeit für Spiele ist vorbei" keineswegs widergeben, wie zerrissen die demokratische Partei hier offensichtlich ist: Denn an einigen Stellen wird Unsicherheit darüber deutlich, wie wichtig die public option innerhalb der Reform ist (als Obama den Linken vorwirft, sich zusehr auf dieses Element zu konzentrieren, eine Konzession an die "moderaten" Demokraten, die einzigen wirklich gefährlichen Gegner im Kongress).
"It's worth noting that a strong majority of Americans still favor a public insurance option of the sort I've proposed tonight. But its impact shouldn't be exaggerated – by the left, the right, or the media. It is only one part of my plan, and should not be used as a handy excuse for the usual Washington ideological battles. To my progressive friends, I would remind you that for decades, the driving idea behind reform has been to end insurance company abuses and make coverage affordable for those without it. The public option is only a means to that end – and we should remain open to other ideas that accomplish our ultimate goal. And to my Republican friends, I say that rather than making wild claims about a government takeover of health care, we should work together to address any legitimate concerns you may have."
Wer würde in Österreich eine ähnliche Rede zu einem wichtigen Thema halten, das diskutiert wird? Dafür gibt es hier weder die Strukturen, noch die Plattform, weil sich das österreichische System grundsätzlich vom amerikanischen unterscheidet. Der Bundespräsident äußert sich hier selten zu tagespolitischen Debatten, selbst dann nicht, wenn sie eine größere Tragweite haben. Die Minister werden nicht als Vertreter für einen bestimmten Bereich gesehen, sondern als Mitglieder einer Partei. Es gibt mehr als zwei relevante politische Parteien, dafür geben sich diese nach außen (zumindest meistens) inhaltlich geschlossen, außer es stehen gerade Landtagswahlen an und Landesvertreter haben unterschiedliche Standpunkte zum Thema "Exklusion rechtsextremer Parteien".
Das soll keine Wertung sein, es ist nur spannend zu verfolgen, wie unterschiedlich die Debatte um eine Gesundheitsreform in den USA läuft. Schon die Ausgangssituation ist verschieden: eine Partei stellt den Präsidenten und die Mehrheit in beiden Häusern des Kongresses. Was einem Erfolg einer Reform der Demokraten im Weg steht, ist die innerparteiliche Diskussion und einem Schlagwort, mit dem Obama die Präsidentschaft angetreten hat ("post-partisan president"). Demnach ist ein Kompromiss mit den Republikanern notwendig, weil ein dermaßen wichtiges Gesetz nicht nur von einer Partei getragen werden kann. Natürlich hat diese Idee keinerlei Entsprechung im verfassungsmäßigen Ablauf - Barney Frank, demokratischer Abgeordneter aus Massachusetts (dessen Interviews meist von einer gewissen ehrfürchtigen Panik der Intereviewenden gekennzeichnet sind) und Vorsitzender des Bankenausschusses im House of Representatives nannte ein solches Vorgehen (in der vorgestrigen Rachel Maddow Show) überhaupt "undemokratisch", schließlich haben Obama und die Demokraten im Kongress ein eindeutiges Mandat (wofür sollte man auch sonst wählen?).

Vielleicht irre ich mich, aber mir fällt nichts ein, worüber in Österreich in den letzten Monaten groß debattiert wurde. Das mag vielleicht das Sommerloch gewesen sein, ich weiß es nicht. Im Nationalrat läuft der "zur Abhör- und Spitzelaffäre eingerichtete Untersuchungsausschuss" (kurz Spionage-Ausschuss), und tagt das nächste Mal am 29. September. Das Prototokoll des öffentlichen Teils der ersten Sitzung kann man hier nachlesen (112 Seiten PDF-goodness). Wenn mir ein Thema auffällt, das sich durchsetzt, werde ich mich verbeißen, um es ähnlich zu dokumentieren wie die Debatte um die Gesundheitsreform in den USA, um nachher zu vergleichen. Schließlich beschwere ich mich immer darüber, dass alles auf Wahlen hinausläuft, obwohl es eigentlich auf die Inhalte ankommt (aber rund um die Wiener Landtagswahlen werde ich trotzdem zitternd vor Computer und Fernseher sitzen, keine Sorge).

Tuesday, September 8, 2009

Columnize Your Randomness, Part 21

Während sich die letzte Filmvorschau eher mit großen Sci-Fi-Produktionen beschäftigte, die teilweise vielleicht gerade wegen dieser Größe nicht so wahnsinning spannend sein werden (ähem, "Avatar"), geht es heute um zwei kleinere Produktionen: erstens ein inzwischen schon ein Jahr alter Film des argentinischen Regisseurs Dos Santos ("Unmade Beds"), der in London spielt.



"Jennifer's Body", ein Horrorfilm mit Megan Fox in der Hauptrolle (nein, ich habe noch keinen einzigen Film mit Megan Fox gesehen), wurde von Diablo Cody ("Juno", "United States of Tara") geschrieben, Regie führt Karyn Kusama (gut: "Girlfight", nicht so gut: "Aeon Flux"). Der New York Times Reviewer wundert sich darüber, dass "torture porn" wie "Saw" ein überwiegend weibliches Publikum hat ("entweder sind die alle masochistisch oder wegen ihrer boyfriends da" - huh?). Vielleicht wäre ein Hinweis nützlich gewesen, dass in "Saw" Männer und Frauen gleichermaßen weggemetzelt werden, während in den traditionelleren Horrorfilmen die weiblichen Opfer erstmals ein paar Runden um den Block drehen müssen, ein paar Kleidungsstücke loswerden etc., bevor sie sterben. Und dass das final girl irgendwie auch Identifikationspotential für junge Mädchen haben könnte, die es nicht so wahnsinnig spannend finden, wenn "Abenteuerfilme" immer nur Jungs in den Hauptrollen haben und "Mädchenfilme" ihren Charakteren ein Handlungsspektrum von "oh, niedliches Pferd" und "Oh, niedlicher Junge" geben (sag ich mal leicht nostalgisch als jemand, der mit "Pippi Langstrumpf" aufgewachsen ist).
Ach so: In "Jennifer's Body" verwandelt sich Megan Fox in eine Männerfresserin.



Thema zwei: the awesomeness that is Felicia Day. "Do You Want to Date my Avatar" zum Start der dritten The Guild-Staffel (spannenderweise kennen sie jetzt Menschen aus meinem Freundeskreis, die sonst überhaupt nichts mit Joss Whedon, The Guild oder kreativem Onlinecontent zu tun haben). Und eine gar nicht jugendfreie (bzw. "Not safe for the workplace") Musicalepisode der Onlineserie "The Legend of Neil" (Typ landet durch autoerotische Asphyxiation vor Zelda in dem Spiel). Außerdem noch am Rande: ein genialer Song namens "It's the End of the 'Verse As We Know It" von Eben Brooks. Die letzten beiden Links via Joss'd, merci beaucoup.

Rachel Maddow hatte die Schweinegrippe! Das New York Magazine meint, wenn das irgend einem anderen ähnlich erfolgreichen show host passiert "It would be terror central! Either that or a live broadcast from Whiny Town." - aber nicht bei Rachel Maddow. Sie gibt ein cooles Interview und die Sache ist erledigt. By the way: hier ein Libretto für den ehemaligen Attorney General Alberto Gonzales. Der Text stammt aus seinen Anhörungen vor dem Untersuchungsausschuss des Senate Judiciary Committees ("I have no recollection" / "I have no memory"). Clips der Aufführung der Oper lassen sich bei den altbekannten Quellen solcher Dinge finden.

Juli Zeh spielt mit der deutschen Band Slut am 27. September im WUK ("Corpus Delicti - Eine Schallnovelle" ist auch als Album erschienen - Der Kurier ist mit "Schachnovelle" nahe dran, aber das Interview ist trotzdem gut). Greift wieder das Motiv des Rauchens als politischer Akt auf, das wir schon bei Gustav hatten (aber zum Glück weißt die Autorin auf die Ironie hin).

Die zweite Staffel von "Dollhouse" (mit Jamie Bamber, Alexis Denisof und Summer Glau) beginnt am 25. September.
Die erste Staffel von "Caprica" (mit James Marsters) beginnt am 22. Jänner 2010.

Sunday, September 6, 2009

Das Lied zum Sonntag

The Gossip - Jealous Girls



You said your peace
It's killing me
I can't believe it's over

You're not the enemy
But underneath
You don't agree
Take comfort that it's over

Your hands tied
You feel shy
Believe I'm on your side
Now and forever

Jealousy won't get you anything that you lost
Jealousy, it will never be what it was
Jealousy, now I'm afraid of what I've become
Jealousy, it feels like everything has come undone.

You're not the enemy
But underneath
You don't agree
Take comfort that it's over

There's an urgency
A dire need
For the remedy
Take comfort that it's over

Jealousy won't get you anything that you lost
Jealousy, it will never be what it was
Jealousy, now I'm afraid of what I've become
Jealousy, it feels like everything's come undone

No matter what the price, they can't take me
No matter what the price, they can't take me
No matter what the price, they can't take me
No matter what the price, they can't take me

No matter what the price, they can't take me.

[auf "Standing in the Way of Control", 2005)

Wednesday, September 2, 2009

Linkliste unbehandelter Themen

Popkulturlastig, diesmal. Also, Wikipedia Galore.

By accident (possibly a reference on Boing Boing), I found a collection of photos of Detroit's decline - and what nature does to architecture that is no longer in use. As someone who was very fascinated with the idea behind Alan Weisman's "The World Without Us" (and ironically I only saw someone reading the German translation a couple of days ago on the subway), these places seem incredibly interesting to me. Also, while reading about "Silent Hill" (the film adaptation by "The Pact of Wolves" director Christophe Gans, not the game itself), I came across the town of Centralia, Pennsylvania, that was reduced to a population of 9 after a mine fire that started in 1962. Follow the link to "mine fire" - I had no idea that these things could go on for centuries (the article mentions the German town of Dudweiler, where a mine fire has been burning since the 17th century).

Disney
is going to buy Marvel. In more concerning news about the comic book publisher, there are rumours that the next issue of "Runaways" might be the penultimate one - although there is still hope, since there seems to be a Runaways-movie in the works (and I would love to see Dichen Lachman play Karolina, or Karolina's mom).

The Chicago Reader has an incredibly well-written portrait of David Bazan, formerly Pedro the Lion, who has just come out with his first full-lenght album called "Curse Your Branches" (which is certainly going to end up on my personal list of favourite records this year). His former publicist discusses in detail Bazan's religious crisis, how he turned to agnosticism, and how his lyrics reflect his struggle with religion and addiction.

"The Killing Jar" is a serial killer thriller (is that a genre?) directed by Mark Young, featuring apart from Michael Madsen, Harold Perrineau ("Lost"), Denny Trejo and Jake Busey also Amber Benson. I'd watch anything that has Amber Benson in it (no, really. Even the dreadful "Taboo"), but the remarkable thing about the trailer is the collection of commentors who all mentioned the "oh no, she is possibly going to get shot again" situation.

It's strange how two things occurring on tv shows can spark a cultural debate over black-face. "Mad Men" did it on Sunday's episode, but the first one to go there was "Weeds" the week before. By the way, I realize that I've never really written about "Mad Men" although it is a complex and interesting show set in the 1960s dealing with how American culture changed - set in an ad agency on Madison Avenue. But right now, the only thing coming to my mind is "Peggy Olsen is such an awesome character" and then I'd have to stop. There are plenty of wordy and more thoughtful discussions going on about feminism (just google "feminism on mad men") and the (missing) depiction of Afro-Americans on the show elsewhere.

In other news: it is always easier to talk about polling results than actual policy, just as some tv stations assume that political interviews become more relevant when they invite some kind of celebrity as a second interviewer and stage it somewhere with fancy buildings and weather-interventions. One day, I will get my Austrian Rachel Maddow, and that will be a good day.

...

I welcome you, fall, as you are a more generous tyrant than that hot-headed summer dude. I shall remember this very moment, when I first realize that it is getting dark early and that we have beaten the tropical climate, once I first think, "hey, sunshine would be nice now".

Sore losers

"Because really what does a man look-a like? In the case of 800m World Champion Caster Semenya, the International Association of Athletics Federations thinks it knows, sorta—having compelled the 18-year-old to undergo "gender testing" in order to prove that she is, in fact, female. Apparently sixth-place finisher Elisa Cusma Piccione is an expert as well. Piccione told Italian journalists, "For me, she’s not a woman. She’s a man." And fellow loser Mariya Savinova of Russia, who came in fifth, instructed journalists in Berlin to, "just look at her."
OK, but what are we looking at, or for, exactly? The thick thighs, the muscular arms, the broad shoulders, the wide jaw line, bushy eyebrows and faint mustache? Are these the physical attributes that define Semenya as inherently male, just plain unattractive or a record breaker?
The issue seems to directly question race, beauty and who gets to set the standards. White and western is more female and more beautiful, black and African is less so."

The Root: Is There a Science to Beauty?
, August 26, 2009
The Root points out the racist element in the discussion of whether or not Caster Semanya is a woman or a man - because the beauty standards, that should have nothing to do with the discussion, are white and western, and she does not meet them because she is neither - also, how sad are those other runners who now feel compelled to comment?

Tuesday, September 1, 2009

The cities which the elderly of the race have built upon the skyline

"Anyhow, whether undergraduate or shop boy, man or woman, it must come as a shock about the age of twenty - the world of the elderly - thrown up in such black outline upon what we are; upon the reality; the moors and Byron; the sea and the lighthouse; the sheep's jaw with the yellow teeth in it; upon the obstinate irrepressible conviction which makes youth so intolerably disagreeable - "I am what I am, and intend to be it," for which there will be no form in the world unless Jacob makes one for himself. The Plumers will try to prevent him from making it. Wells and Shaw and the serious sixpenny weeklies will sit on its head. Every time he lunches out on Sunday - at dinner parties and tea parties - there will be this same shock - horror - discomfort - then pleasure, for he draws into him at every step as he walks by the river such steady certainty, such reassurance from all sides, the trees bowering, the grey spires soft in the blue, voices blowing and seeming suspended in the air, [...].

Virginia Woolf: Jacob's Room, p. 30
I read every single novel, the short story collections, the diaries, the biography by Hermione Lee, for a 40 page paper on Virginia Woolf's work before graduating from high school. I haven't laid hands on any of these novels that now line my book shelves since, as if I had finished them forever. But you never really finish a good novel, because it becomes something different as you change, you discover the layers by re-reading them, and understanding them from a new perspective. "Jacob's Room" was published in 1922 and is, in my opinion, a more inspiring novel than the more commonly read "Mrs Dalloway" from 1925.

Just a couple of quick thoughts on the Weeds season finale

Spoilers, naturally.

I like "Weeds" because it's uncanny. It goes from hilariously funny to that horrible point of awkward silence within seconds. You laugh and then someone dies. Grown-ups act randomly irresponsibly (that is the whole plot) and while the show might have started out telling the tale of a woman who takes unusual action to keep her family going after the death of her husband, it has meanwhile become something else entirely - the tale of one woman (Nancy Botwin, played by Mary-Louise Parker, who justifies the show single-handedly although she doesn't have to) who always makes odd choices and, due to some inherent inability, fails to identify what might eventually lead to the normal, happy life she so desperately desires for her sons and herself.
The fifth season was a rollercoaster of "oh, this is so horrible I really don't know how to continue watching" and "hey, it seems to be getting better". Nancy got pregnant from her macho bully boyfriend, the power hungry Mayor Esteban, who considers her his personal property and basically inprisoned her in order to ensure that his kid would be around. Nancy, certainly not a feminist role model, decided to flee, at first, from that horrible monster of a man, and then continued to marry him and live with him in his luxurious home, instead of going for the more reasonable choice, lovelorn Andy who would basically take a bullet for the wife of his dead brother and recently and due to a sham has come into some money (also, was willing to put his name on the birth certificate of Esteban's child which took more balls on his part than any viewer would have suspected ihm to have).
The basic cast of "Weeds" offers two type of women: the irresponsible one that seems to be willing to do anything for her family, yet always fails to make the right choice (Nancy) and the selfish bitch who is seemingly always punished by fate because she is a selfish bitch, instead of always kind of getting away like Nancy does (Nancy's former best friend, Celia, played by an equally genius Elizabeth Perkins). Nancy is an upsetting character: she gets raped by Esteban, yets decides to marry him because she loves him and has, for some reason, accepted that nothing good will ever happen to her. Celia is an upsetting character: she bullies her daughter Isabelle (Allie Grant) who has meanwhile grown into a cynic teenager and easily one of the most likeable characters of the show, yet almost equally as vicious as her mom, although way smarter, and never does anything for anybody else. The choice her is weird: Nancy is the single mother we would, in any other scenario, feel sorry for, but in this particular setting despise for her decisions. Celia has overcome cancer and an unfaithful husband barely able to tie his own shoes, yet we despise her for her... well, she's just unlikeable in this over-the-top-Nellie-Olsen-kinda way. Now, as the fifth year ends, Celia is about to change her own family into a negative of Nancy's in season one, although possibly a heartbreakingly incompetent one (except for Isabelle, the "brain", but one teenage girl can only do so much).
Andy (Justin Kirk) is the likeable character and finally has something good coming his way, after sacrificing his own luck for so long to pursue a seemingly hopeless crush - in the shape of a doctor (played by Alanis Morrissette with a totally surprising sober likeability that stands out in this show, also because who knew, she can actually do more than play a childish god prefering handstands over human conversation). The two sons, Silas and Shane (Hunter Parrish and Alexander Gould), try to grow up in the absence of any kind of security or parental guidance, and it seems like Shane might just be more successful after a grow spurt and an onset of existentialism (also, alcoholism), coupled with the menacing brutality of a kid that isn't afraid of pain and death anymore, the creation of his mom - fittingly, the final scene in his entirely, as he steps up to become exactly the kind of man Nancy needs in her life (yes, by becoming a murderer of all things).
While I never tooks "Weeds" seriously during the past four years, with its summer runs and less than 30 minute episodes, this season made me feel uncomfortable so often (because it forces the viewer to identify with a very unlikeable character, played by a very likeable actress), in fact to a degree that was previously only reached by "Dexter" (and even the psychopathic killer has a sound moral code, kind of, that is missing here). "Weeds" is like the ultimate show for an era that has absorbed the ideals of neo-liberalism: what happens when everyone is left to themselves to make their own luck, and end up mostly relying on the most despicable character traits in order to succeed. I wonder where this show is going.