Montag, 27. Juli 2009

Produktbeschreibung vor Kauf lesen.

"Südtirol ist ein Teil des gesamten Tirol", wird Graf nun zitiert, das „derzeit" eben italienisches Territorium sei. Dennoch glaube er an das „Selbstbestimmungsrecht der Völker". Er sei der Meinung, dass den Südtirolern seit dem Zuschlag an Italien nach dem Ersten Weltkrieg das Selbstbestimmungsrecht vorenthalten werde. Es sei an der Zeit, die Bevölkerung zu fragen, „ob es ein Tirol geben soll".
Die Spitzen in Tirol wie Südtirol reagierten irritiert und ablehnend. Graf solle sich „seiner Verantwortung als Dritter Nationalratspräsident" bewusst sein und sich „mit solchen unüberlegten und unrealistischen Aussagen zurückhalten", erklärte der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP): „Wir leben heute im Herzen eines gemeinsamen Europa."
In Südtirol sprachen laut Wikipedia 2001 etwa 70 % Deutsch, 27 % Italienisch und etwa 4 % Ladinisch. 1918 besetzten italienische Truppen das Gebiet und Italien wurde 1919 im Vertrag von St. Germain das Gebiet zugesprochen. 1939 siedelten zahlreiche deutschsprachige Südtiroler ins Deutsche Reich um. In verschiedenen Verträgen nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Region weitgehende Autonomie (als Provinz Bozen) zugesprochen. Innerhalb der Provinz Bozen gibt es eine Verpflichtung zu Zweisprachigen Ortstafeln, ein großteil der innerhalb des Gebietes eingenommen Steuern fallen direkt der Provinz zu, was eine weitgehende budgetäre Autonomie, die innerhalb Italiens außergewöhnlich ist, bedeutet (und relevant ist, da es gleichzeitig eine der reichsten Provinzen ist).
Mitte der 50er Jahre verübte eine terroristische Organisation namens "Befreiungssausschuss Südtirol" Anschläge auf staatliche Symbole (und die Sprenung von Strommästen), um die Rückkehr Südtirols zu Österreich zu erzwingen. Im Laufe der 60er Jahre kam es zu einer Radikalisierung und zu Attentaten auf Carabinieri und Zöllner.

[Wikipedia: Südtirol]
[Wikipedia: Südtirol-Paket]

Auf der Homepage der FPÖ ist als Unterstützung von Grafs Forderungen folgendes zu lesen:
"Für uns Freiheitliche stellte Südtirol immer eine Herzensangelegenheit dar, während sich die Regierungsparteien mehr und mehr vom Grundrecht auf Selbstbestimmung der österreichischen und ladinischen Volksgruppe in Südtirol abwandten", sagte Neubauer. "Die FPÖ wird die Entwicklung in Südtirol weiter genau beobachten und ihren Teil zur Umsetzung des Selbstbestimmungsrechtes einbringen", betonte Neubauer. Dass das Recht auf Selbstbestimmung erreichbar und keine Utopie sein muss, wird in unseren Tagen am Beispiel des Kosovo und Grönlands deutlich."

FPÖ: Was dem Kosovo zugestanden wird, muss für Südtirol Recht und billig sein!
Ganz abgesehen von der Frage, ob eine Diskussion über Südtirol und der Appell an einen ethnischen Nationalismus sowieso verfehlt sind, und ob es nicht genug andere Probleme gibt, denen sich selbst die FPÖ widmen könnte (es sei denn, sie schafft es, dieses Thema in den Mainstream zu hieven, den im Moment ist das effektiver, eine radikale Randgruppe an die Partei zu binden, als die breite Bevölkerung zu erreichen) - in meinem Verständnis für die Rolle der Nationalratspräsidenten sollten diese wohl fähig sein, eine Diskussion zu moderieren und auch ihre eigenen Positionen miteinzubringen, aber bestimmt nicht, irgendwelche radikalen Vorschläge einzubringen die an IRGENDEINEN Rand des politischen Spektrums gerichtet sind. Andererseits ist Graf der einzige FPÖ-Politiker, der derzeit eine exponierte und sichtbare politische Funktion erfüllt, also geht es vielleicht darum, zu zeigen, dass die FPÖ in politischen Ämtern die eigenen Positionen verteidigt, statt sich zu mäßigen und anzupassen. Und es ist nicht so, dass Graf noch einen Ruf zu verlieren hätte.

Sonntag, 26. Juli 2009

Linkliste aktueller unbehandelter Themen

Ein weiterer Eintrag in die ständig wachsende Liste der "Shops, in denen man eher nicht kaufen sollte" - eine deutsche Gewerkschaft erhebt Vorwürfe gegen einen Passauer Ableger der Möbelkette XXXLutz. Von wegen Selbstausbeutung für den Lebenslauf: von unten sieht das alles noch ein wenig schlimmer aus, oder?

Die Produktion eines vom Kalten Krieg übergebliebenen, niemals im Kampfeinsatz verwendeten Kampffliegers (die F-22) wurde letzte Woche vom Kongress gestoppt. Die vier Milliarden, die die Air Force für den weiteren Bau wollte, könnten nutzenbringender für die Reform des Gesundheitssystems verwendet werden (die unter Umständen zum Gradmesser der Obama-Präsidentschaft wird).

NY Times: Partisan or Not, a Tough Course on Health Care, July 25, 2009

Die Proteste gegen Ahmadineschad gehen weiter. Weiterhin hinsehen ist vielleicht das einzige, was der Westen tun kann.

Ein angesehener Harvard-Professor vergisst seine Hausschlüssel und bricht ein. Die Polizei kommt und die Situation eskaliert, weil sich der eine diskriminiert, und die anderen angegriffen fühlen. Die Konsequenz: statt über die Reform des Gesundheitssystems diskutieren Medien und Politik darüber, wie post-race die USA wirklich ist. Obama nennt das Vorgehen der Polizei von Cambridge "stupid" und muss zurückrudern.

Als Anschluss an den vorherigen Punkt: die Schauspielerin Justina Machado, bekannt aus "Six Feet Under", fasst mit der Antwort auf die letzte Frage des NY Mag die Absurdidät der Sotomayor-Anhörung perfekt zusammen:
"Do you like Sotomayor?

I'm not one of those actors that knows everything about politics. I saw maybe 30 minutes of her answering questions yesterday and I thought she was incredibly poised and really smart. But if I say "Woo-woo," it would only be based on the fact that she's a Latino woman."

Watchlist: 26. Juli bis 1. August

You know what sudden weather changes do to me? FREAKING headaches, that's what. Bloody hell.

Sonntag, 22:40, PRO7

Domino



Was nach einer schlecht zusammengeschusterten Geschichte eines mittel-talentierten B-Movie-Drehbuchautors klingt, ist eine wahre Geschichte: Domino Harvey (Keira Knightley), ehemaliges Model, beschließt, Kopfgeldjägerin zu werden. Kein Happy End! Der Drehbuchautor ist übrigens Richard Kelly ("Donnie Darko", "Southland Tales"), und in weiteren Rollen sind Mickey Rourke, Lucy Liu, Brian Austin Green (gut: "T:SCC", nicht so gut aber schon wieder fast vergessen: "Beverly Hills"), Christopher Walken und eine große Rige weiterer Stars zu sehen, die teilweise sich selbst spielen.

Montag, 22:45, ARD

Die Unerzogene
Wegen eines persönliches Interesses für verschiedene soziale Dynamiken abhängig von den Strukturen in Kleinstädten, Vorstädten und Großstädten.
"Die 14-jährige Stevie zieht mit ihren haltlos-hedonistisch orientierten Eltern aus dem Süden Europas in eine deutsche Kleinstadt. Dort sieht sie sich mit provinzieller Fremde und der Leichtlebigkeit ihrer Eltern konfrontiert "
Mittwoch, 00:45, ARTE

Barakat!
"Algerien in den 90ern: Während der Bürgerkrieg tobt, versucht die junge Ärztin Amel mit ihrem Mann, einem Journalisten, ein normales Leben zu führen. Doch als sie eines Tages naDch Hause zurückkehrt, ist ihr Mann verschwunden - von Terroristen verschleppt. Da die Behörden jede Hilfe verweigern, macht Amel sich selbst auf die Suche. Die energische Krankenschwester Khadidja, die schon am Unabhängigkeitskrieg teilgenommen hat, begleitet sie. Für die zwei Frauen beginnt eine Odyssee durch das kriegsgebeutelte Land..."
Donnerstag, 23:50, Hr

Begierde (The Hunger)
Sehr artifizielles Vampirdrama mit Catherine Deneuve, Susan Sarandon und David Bowie: Miriam (Catherine Deneuve), vermutlicherweise in etwa so alt wie die ägyptischen Relikte, die ihre Wohnung schmücken, ernährt sich von ihren ewigjungen Liebhabern: bis diese plötzlich altern und wegen ihrer schwindenden Jugend unattraktiv werden. Eine junge Forscherin (Susan Sarandon) gerät in ihren Sog. Von Tony Scott, und ziemlich grausig, auf eine 80er Jahre-Synthie-Weise.

Freitag, 20:15, SuperRTL

Dumbo
Und da soll mir noch jemand erklären, dass die Fantasie-Sequenz des süßen fliegenden Elefanten nicht irgendwie Drogeninspiriert war, was spannende Rückschlüsse über den Arbeitsalltags von Disneyautoren in den 40ern zulässt. "One pills makes you larger, the other makes you small" anyone (als Beispiel für den Höhepunkt des disney-on-drugs movements: "Alice in Wonderland")

Freitag, 00:45, SWR

Alles Bio? Das Geschäft mit Öko-Lebensmitteln.
Leider im Nachtprogramm versteckt, aber ein aktuelles Thema, das breiter diskutiert werden sollte: erstens ist Bio eine klassenspezifische Variante des Markenkapitalismus, und nur wenige Produkte, die unter diesem Siegel laufen (wie das "green movement" im Allgemeinen) sind auch tatsächlich nachhaltig produziert, zweitens sollten nachhaltige Produkte für alle leistbar sein, nicht nur für die kleine Gruppe an Menschen, die es sich leisten kann. Noch dazu sagt "Bio" überhaupt nichts über die Arbeitsbedingungen der Erntehelfer aus.

"Jetzt, wo mit Bio plötzlich richtig Geld zu verdienen ist, springen sie alle auf: die großen Supermarktketten, Händler und Landwirte, von denen einer wie er früher belächelt wurde. Kress sieht dabei Chancen: Bio ist massenfähig geworden. Tatsächlich können die deutschen Biobauern mit der Nachfrage überhaupt nicht mehr Schritt halten. Bio boomt - doch immer mehr Ware kommt aus dem Ausland. Mit der Ursprungsidee der Biobauernhöfe, gesunde Lebensmittel möglichst direkt zu verkaufen, hat dies nichts mehr zu tun. Die Sendung besucht einen Schweizer Investor, der in Osteuropa in großem Stil Bioware produzieren lässt. Autor Hanspeter Michel will wissen, worin der Unterschied zwischen der Ökoware eines Discounters wie Lidl und den Produkten im Naturkosthandel besteht - und fragt: Wofür steht Bio?"
Samstag, 22:05, RTL

The Breed



Trashiger Horrorfilm mit hochintelligenten Kreaturen (genetically enhanced Schäferhunde!)? Check. Michelle Rodriguez? Check. Luftig-leichte Unterhaltung für die Samstagnacht? Check.

Samstag, 03:40, ATV

Space Jam
Period Piece aus den mittleren Neunzigern, in denen Michael Jordan das nonplusultra des Sportlers als Idol war (mit den Chicago Bulls, nicht in Washington). Nebenbei mit Bugs Bunny und Daffy Duck, die gegen ein außerirdisches Team für ihr Leben in Freiheit Basketball spielen müssen. Für mich Nostalgie pur, für Kinder zwischen acht und 12 unter Umständen schwer nachvollziehbar (außerdem zeitlich, äh, odd).

Das Lied zum Sonntag

Nina Nastasia - Run, All You...

"Run, all you big dogs -
Chase me round the green grass.
Burn all your houses
down to their shadows,
in howling flames.
For nights we stared,
fiting at the blackened air.

Quiet, all you smoke dogs
Snarling at the willows.
Fighting in the leaves,
tearing at the hollows
of little dead dogs."

[auf "The Blackened Air", 2002]

Donnerstag, 23. Juli 2009

Für wenige Zeichen braucht man keine Extra-Application Part III

That raindance works everytime.
Disclaimer: though possibly causer of natural catastrophe, the author of these lines is not responsible for the outfall. Seriously.

Für wenige Zeichen braucht man keine Extra-Application Part II

Heat....bad...must....eat.....ice cream.....crkrkrkr.

Linkliste unbehandelter aktueller Themen

Zwei amerikanische republikanische Politiker sind über Affären gestolpert (insofern man das Stolpern nennen kann, wenn keiner der beiden überlegt, von seinem Amt zurückzutreten und von den Parteikollegen auch nicht dazu aufgefordert wird) - einer davon hat damit einen neuen Euphemismus für "eine Affäre haben" geprägt ("hiking the Appalachian trail"). Die wirklich spannende Geschichte ist nicht, dass sich mit Mark Sanford, Gouverneur von South Carolina, und John Ensign, Senator aus Nevada, damit Politiker, die ihre Karriere auf family values aufgebaut haben und in der Vergangenheit andere, die Affären eingestanden hatten, lautstark zum Rücktritt aufgefordert haben, als Heuchler herausgestellt haben, sondern dass ein ominöses, als Kirche gewidmetes Haus in Washington immer mehr in das Zentrum der Aufmerksamkeit rückt. Im C-Street-Haus trifft sich die "Family", die eine unheimliche Machiavellische Ideologie verfolgt, in der jene in Gottes Gunst stehen, die Macht und Einfluss haben, egal, wie sie dorthin gekommen sind.

Salon: Sex and power inside "the C Street House".

Obamas Stern ist am Sinken,
meinen zumindest einige Tageszeitungen, die auf neuere Umfrageergebnisse reagieren. Eine Reform des Gesundheitssystems scheint der wichtigste Tagesordnungspunkt zu sein (und mit einer theoretischen Filibuster-sicheren Mehrheit im Senat vielleicht möglich) und seine Außenpolitik wird in einem Artikel der Zeit als "schmückendes Beiwerk" bezeichnet. (wobei Entscheidungen über den militärischen Fokus auf Afghanistan und erste Anzeichen für eine schnelle Einigung über den Nachfolger des auslaufenden START-Abkommens mit Russland auch nicht zu unterschätzen sind). Innenpolitisch auch wichtig ist die Frage, inwieweit Obama den Wünschen einer unter Bush besonders marginalisierten community nachkommt, etwa was die Zukunft von "don't ask don't tell" betrifft, in Zeiten, wo jeder gutqualifizierte Soldat dringend gebraucht wird.

Strache schwört "beim Augenlicht seiner Kinder", dass die FPÖ mit der Spionageaffäre nichts zu tun hat. Zumindest nicht absichtlich. Zu seinen Gunsten muss man sagen, dass ihm diese Worte offenbar vom ORF-Interviewer in den Mund gelegt wurden, was ich tendenziell eher grotesk finde.

Die Wirtschaftskrise ist nicht vorbei, auch wenn die Berichterstattung darüber weniger wird. In Osteuropa trifft es jetzt offensichtlich die Schwerindustrie.

Dieses Projekt einer online-Uni für Menschen, die sonst keinen Zugang zu höherer Bildung hätten, klingt spannend. Bloß dass bei 100 Dollar pro Prüfung am Ende herauskommt, dass der Abschluss dort teurer ist, als ein in Mindestzeit absolviertes Studium in Österreich. Apropos Studium in Österreich: wer mehr als ein Studium inskribiert hat (auch wenn das nur am Zettel steht, auch wenn eines der beiden als Hauptstudium angegeben wurde) muss auch in diesem in der Mindeststudiendauer plus Toleranzsemester bleiben, um keine Gebühren zahlen zu müssen. Dass das genau jene StudentInnen trifft, die ambitionierter sind als ihre KollegInnen, entspricht der Funktionslogik österreichischer Universitäten. Prost Mahlzeit.

Ich habe mich schon letzte Woche über die vielen Gelsen beschwert (nachdem ich von meinem jährlichen Badeteich-Kurzurlaub mit etwa 20 Gelsenstichen zurückkehrte) - aber ich verspreche, ich lasse das ab jetzt sein, bis wir hier auch nur mit Imkerausrüstung vor die Tür gehen können. Holy Frak.

Mittwoch, 22. Juli 2009

2nd Thoughts

Ich gebe zu, dass mein negatives Review des neuesten Potter-Filmes unter Umständen damit zusammenhängt, im Kinosaal mit Horden 12-14jähriger Teenager gesessen zu haben, die in der Überlänge-Pause darüber diskutierten, ob Ron niedlich oder grauslich ist. Das war meine Schuld, weil 1). Freitagvorstellung um 20:30 in einem relativ großen Kino und 2). Schock-Horror-Graus nicht die englische Originalfassung (Todesser? What?), und deswegen werde ich dem Film unter Umständen noch eine 2. Chance geben, auch weil mir während des Reviewschreibens aufgefallen ist, dass ich eine merkwürdig unkritisch hohe Meinung vom Vorgängerfilm habe - die vielleicht nicht darauf beruht, dass er besonders gut gemacht gewesen wäre, sondern dass mich die darin behandelten Themen (eine Gesellschaft zerbröckelt unter dem "Kampf gegen den Terror", die Frage der inneren Sicherheit, die Konflikte von Harry irgendwo zwischen großer Bestimmung und dem Versuch, trotzdem ein eigenes Leben zu führen) einfach mehr interessieren, als das Teenie-Drama von "Harry Potter and the Half-Blood Prince". Erschwerend kommt noch dazu, dass ausgerechnet die beste Szene des Romans, in dem Hogwartschüler vereint mit dem Phönixorden gegen Bellatrix Lestrange und Co kämpfen und dabei auch Verluste zu beklagen sind, weggelassen wurde (und ich wollte ein Szenario ungefähr wie "Graduation Day Part II" aus der dritten Buffystaffel).
Der "Buffy"-Vergleich hinkt natürlich, und genau in den Punkten, wo sich der story arc von Harry Potter von "Buffy" unterscheidet, sackt meiner Meinung nach Rowlings Story heftig ab. Die Nebencharaktere sind niemals so komplex wie bei Joss Whedon, wo man selbst bei den kleinsten Figuren zu ahnen glaubt, dass der jeweilige Autor eine ganze Geschichte zu ihnen im Hinterkopf hat, auch wenn man diese nicht zu sehen bekommt (gute Beispiele dafür sind Larry und Jonathan, bevor er Teil des Trios wurde). Was ich wahrscheinlich nach dem letzten Film umfangreicher diskutieren werde, vielleicht auch, nachdem ich "The Deathly Hallows" nochmal gelesen habe (denn das einzige Mal bisher war ein Schnelldurchlauf, da in meinem Freundeskreis nur eine einzige Ausgabe kursierte, die alle lesen wollten), ist die Coda der Geschichte, die mich ein bisschen enttäuscht hat. Bloß, weil der große Gegner besiegt ist, heißt das noch lange nicht, dass alles Friede-Freude-Eierkuchen sein muss. Die Welt besteht nicht nur aus Gut-und-Böse und spätestens seit der Fahrstuhl-Szene in "Angel" ist klar, dass das Böse nicht endgültig besiegt werden kann, und selbst eine Fantasystory wird flach, wenn sie von diese Vermutung ausgeht. Ich verstehe, warum eine Autorin endgültig mit ihren Figuren abschließen will, um endlich auch mal in einem anderen Universum zu schreiben, und deswegen klärt, wie der Rest des Lebens der Protagonisten aussehen wird - aber irgendwie hat das der Geschichte ihre ganze Kraft genommen, wie mich auch das Finale von "Battlestar Galactica" enttäuscht hat. Das hat bei "Six Feet Under" so gut funktioniert, weil es in der Serie um den Tod ging, also war es nur konsequent, das Leben aller Charaktere auch enden zu sehen.
Die größte Differenz zwischen Joss Whedons Art, Geschichten zu schreiben, und der Harry-Potter-Serie, ist aber die Bereitschaft, dass Beziehungen glücklich enden und die Hauptcharaktere mehr oder weniger "sicher" sind- ja, ein paar Nebencharaktere werden geopfert, und das erzeugt auch eine gewisse emotionale Resonanz, aber der richtig große Schlag fehlte am Ende doch, vor allem, nachdem die vorhergegangenen Romane immer mit einem schockierenden Tod endeten. Bei Joss bedeutet persönliches Glück meistens, dass in der nächsten Szene ein Schuss fallen wird, oder dass jemand von einem Dämon als Hülle benutzt wird und keine Hoffnung (wobei die Comic das relativieren, aber das geht jetzt über den Inhalt hinaus) auf eine Wiederherstellung besteht. Vielleicht ist "Harry Potter and the Half-Blood Prince" auch einfach nur der Beweis, dass ich ein bisschen zu viel hineingelesen habe, und meine Erwartungshaltung nicht auf dem eigentlich verfügbaren Material beruhten, sondern auf dem, was ich mir mit meinem popkulturellen Hintergrund noch so dazugedichtet habe.

Dienstag, 21. Juli 2009

No Sense of Irony

"Last week a few Kindle owners awoke to discover that the company had reached into their devices and remotely removed copies of George Orwell's Nineteen Eighty-Four and Animal Farm. Amazon explained that the books had been mistakenly published, and it gave customers a full refund. It turns out that Orwell wasn't the first author to get flushed down the Kindle's memory hole. In June, fans of Ayn Rand suffered the same fate—Amazon removed Atlas Shrugged, The Fountainhead, and The Virtue of Selfishness, with an explanation that it had "recently discovered a problem" with the titles. And some customers have complained of the same experience with Harry Potter books. Amazon says the Kindle versions of all these books were illegal.
[...]
But that sets up a terrible precedent. Amazon deleted books that were already available in print, but in our paperless future—when all books exist as files on servers—courts would have the power to make works vanish completely. Zittrain writes: "Imagine a world in which all copies of once-censored books like Candide, The Call of the Wild, and Ulysses had been permanently destroyed at the time of the censoring and could not be studied or enjoyed after subsequent decision-makers lifted the ban." This may sound like an exaggeration; after all, we'll surely always have file-sharing networks and other online repositories for works that have been decreed illegal. But it seems like small comfort to rely on BitTorrent to save banned art. The anonymous underground movements that have long sustained banned works will be a lot harder to keep up in the world of the Kindle and the iPhone."

Slate: Why 2024 Will Be Like Nineteen Eighty-Four
, July 20, 2009
Beachte, dass es in Orwells "1984" gerade zur Taktik des Ministry of Truth gehörte, alte geschichtliche Aufzeichnungen zu löschen und mit gefälschten zu ersetzen, um die Entstehung eines kontinuierlichen Narrativs zu verhindern. Vor einigen Monaten führte ich mit einem zukünftigen Übersetzer englischsprachiger Fantasy- und Sci-Fi-Literatur eine Diskussion darüber, ob digitale Literatur ohne Buch als Medium wirklich das Buch als solches ersetzen könnte. Ich bin eben ein Fan des Papiers, des Unterstreichens und An-Den-Rand-Notizen-Machens. Und ein riesiger Fan von Tätigkeiten, die keinen Strom brauchen, wie Dosenöffnen, Pfeffer mahlen etc. Vielleicht werde ich aber auch nur alt.
Übrigens: wer Ayn Rand gelesen hat und nicht wie ich einfach nur ca. weiß, was der ideologische Background ist, kann mir gerne DIESE Ironie erklären.
Im Anschluss an den vorherigen Post: vielleicht wäre es an der Zeit, wieder so etwas wie ein lokalisiertes Zine zu etablieren. Gedruckt, als hard copy aufliegend. Wie bereits gesagt: jeder technologischer Fortschritt bringt Vorteile, während manche gute Aspekte schlicht und einfach verloren gehen. Vielleicht sollte dieser Verlust einfach wieder mitgedacht und realisiert werden.

Wahrscheinlich niemals im Kino Ihrer Wahl

In "Humpday" von Lynn Shelton geht es um zwei heterosexuelle Freunde, die beschließen, gemeinsam einen gay porno zu drehen, um Geld aufzutreiben. Wegen des zufälligen gleichzeitigen Starts mit "Brüno" in amerikanischem Kino kam es im Kritikerdschungel zu dementsprechenden Vergleichen. Vermutlicherweise nie hierzuladen im Kino zu sehen (andererseits kommt nächste Woche wohl "Fanboys" in deutsche Kinos, so who knows) - lädt aber dazu ein zu diskutieren, in welchem Land Konservatismus wirklich latenter ist - Österreich oder die Vereinigten Staaten. Etablierter indie, anyone?



PopMatters-Kritik
New York Magazine: Ass Man

Sag alles ab

Im Rahmen der Ringvorlesung "Kapitalistischer Realismus", veranstaltet vom Institut für Soziologie der Universität Wien, hielt der hier bereits zitierte Ulrich Bröckling einen Vortrag, in dem er nicht nur das Wesen des "unternehmerischen Selbsts" diskutierte, sondern auch mögliche Widerstandsstrategien gegen diesen Appell, sich selbst ständig zu verbessern, sich selbst als Ganzes zu Markte zu tragen, statt nur die Arbeitskraft einzusetzen um ein Auskommen zu erwirtschaften. Widerstandsstrategien gegen einen Kapitalismus, der die Künstlerkritik absorbiert hat und somit vom Subjekt verlangt, ständig kreativ, flexibel, und innerhalb der Grenzen, die man wegen fehlender Schulung kaum noch wahrnehmen kann, frei zu sein. Alle Vorträge der Vorlesung sind hier als Podcast herunterladbar: trotz schlechter Audioqualität lohnt sich die Mühe. Auf jeden Fall greift das auf viele vereinzelte Gedanken zurück, die vor etwa zwei Jahren begonnen haben und die ich in Tocotronics "Sag alles ab" auf "Kapitulation" gut zusammengefasst fand. In einer Zeit, in der ich ständig damit konfrontiert bin, ins Ausland gehen zu müssen, um meinem Lebenslauf eine neue Zeile hinzufügen zu können, bin ich an diesen Ort gebunden. Ich sorge mich um meine Familie. Ich bin verfügbar, und das ist auch gut so, weil es MIR gut tut, diese Verantwortung zu haben, und weil es absurd ist, in einer komplett überalterten Gesellschaft mit zurückgeschraubten Sozialleistungen zu erwarten, dass die Jungen ihre Eltern und Großeltern verlassen, um im Ausland irgendwelche schwammigen Qualifikationen zu erwerben, die sich als Schlagwort gut machen.
Ein möglicher Widerstand wäre zum Beispiel, die eigene Flexibilität und Kreativität nicht dafür einzusetzen, die bestehende Gesellschaftsordnung aufrecht zu erhalten, sondern zu verändern, oder vielleicht sogar im Sinne einer illegalen Handlung gegen den Kern des Kapitalismus zu untergraben (Diebstahl, adbusting etc). Dass solche Handlungen in ihrer ästhetischen Form immer auch ein wenig wie Werbekampagnen ausssehen, liegt darin, dass der Kapitalismus als seelenloses Ding eben die Fähigkeit hat, alles und jeden zu absorbieren - dass er im Sinne des "finde eine Nische"-Gedankens immer nach Unterminierung als Marktnische sucht. Ich habe hier immer wieder versucht, den Slackergedanken als politischen Kampfbegriff einzuführen (mit geringem Erfolg - schließlich ist Nicht-Handeln eigentlich kein Protest, sondern Tatenlosigkeit). Wo immer appelliert wird, tätig zu sein, in Bewegung zu bleiben, sich selbst zu verbessern, ist es zumindest mal ein Anfang, stur irgendwelche Grundsätze zu verfolgen, die selben Handlungsmuster aufrecht zu erhalten und etwa eine Eigentums- statt einer Mietwohnung zu bewohnen, und sich somit zumindest auf einen Ort festzulegen. Oder sich ständig neuen Technologien zu verweigern, und stattdessen anzudeuten, dass die Alten auch ihre Vorteile hatten, ohne dabei konservativ zu werden: so hat die Kassette gegenüber dem mp3-Player etwa den Vorteil, dass man sie mit einem Cover versehen und in ein Regal einordnen kann, verborgen, überspielen. Eine Videokassette zerkratzt nicht, und man kann sie vor- und zurück spulen. Schon mal über eine Kinderbuchkassette auf Shuffle nachgedacht? Sowas prädestiniert den Nachwuchs auf jeden Fall für David Lynch-Filme, abgesehen davon empfielt sich aber das einfache Stoppen und an der gleichen Stelle weitermachen. Der Punkt: neue Technologie ist schön, un niemand will zurück in ein Zeitalter ohne Internet, wo Musik etwa noch viel mit lokaler Verankerung zu tun hat (riot grrrl ist zum Beispiel undenkbar ohne den Gedanken an den pazifischen Nordwesten, die Achse zwischen Seattle und Portland). Aber mit jeder Erneuerung geht auch etwas verloren, und es ist nicht konservativ, sich zu überlegen, wie diese Dinge zurückerobert werden könnten. Eine Verweigerung des blinden Fortschritts bloß des Fortschritts wegen oder nur, damit jeder alle paar Jahre das Gefühl bekommt, die eigene Musik- und Filmsammlung sei prekär, weil sie nicht auf dem neuesten Medium vorhanden ist, ist unter Umständen die einzig verbleibende Strategie. Vielleicht auch der radikale Gedanke, dass ein Job nur ein Job sein kann, dass man sich nicht im Job selbstverwirklicht, sondern in dem Raum, der nachher kommt - also Freizeit nicht als politisch irrelevante Zone des Konsums, in der höchsten die eigenen Fähigkeiten durch Sport und Entspannung geschärft und ausgebaut werden, sondern Gegenstrategien entworfen werden. Selbstverwirklichung nicht im Job, sondern durch das durch Arbeit erwirtschaftete Geld außerhalb der Einflusszone von irgenwelchen Selbstverbesserungsideologien. Damit eine Demokratie funktionieren kann, braucht es Bürger, die Raum und Zeit haben, sich mit den eigenen Bedürfnissen und Lebensumständen auseinanderzusetzen.

Was bei diesem ganzen Scheiß natürlich immer im Hintergrund läuft, ist der Fakt, dass ich mir zwar wahnsinnig viele Sogen um die Zukunft, aber nie darüber, woher das Geld für den nächsten Einkauf kommt, machen muss. By the way: eigentlich geht es mir immer nur um gute Geschichten, und ich habe die Geschichten über persönlichen Erfolg durch Zielstrebigkeit und Arroganz ziemlich satt.

Read and Discuss

Ich mag an den beiden Beispielen für Anfragen, die FPÖ-Abgeordnete zum Thema "Kasachstans Verhältnis zu Österreich" vor allem, dass sie sich wie Aufgabenstellungen aus dem Deutschunterricht der Unterstufe zur Textinterpretation einer Kurzgeschichte lesen.
04)Besteht ein Zusammenhang zwischen den diplomatischen Interferenzen zwischen Kasachstan und Österreich und der Absage des offiziellen Besuches von Herrn Bundespräsidenten Heinz Fischer in Kasachstan?
05)Wenn nein, warum nicht?
06)Wenn ja, warum?
07)Haben Sie auf die im obig angeführten APA-Bericht dargelegte Kritik Kasachstans reagiert?
08)Wenn nein, warum nicht?
09)Wenn ja, in welcher Form?

Anfrage des Abgeordneten Hübner, eingelangt am 27. 11. 2008
Beispiel 2: Ein emotional appellierender Profilartikel als Bereitung des Bodens für Anfragen zum Thema "Asyl": Anfrage des Abgeordneten Mayerhofer vom 27. 11. 2008

DerStandard: Die Kasachstan-Connection, 12. Juli 2009
DerStandard: Astanas langer Arm erreicht Nationalrat, 13. Juli 2009
Die Presse: U-Ausschuss: FPÖ wirft Verfassungsschutz "Intrige" vor, 14. Juli 2009

Abeschmackt

"Da ist schon was dran, dass der Körper von Nina in vielen Filmen „auf den Markt“ getragen wird. Nina muss als „hübsche Blondine“ oft einem Bild hinterherlaufen, das andere für sie konstruiert haben. Das interessiert mich überhaupt nicht, weder beim Filmemachen, noch wenn ich ins Kino gehe. Die Zeiten sind doch völlig vorbei. Die Rollenzuschreibung für Frauen ist viel komplizierter geworden, hat nichts mehr mit den 40er Jahren zu tun. Genderforschung, Kinder haben und arbeiten, gleichzeitig Verführerin sein. Das sind unheimlich komplexe Positionen, die Frauen einnehmen müssen, ausprobieren und auch erleiden müssen. Dieser Komplexität muss man sich stellen. Es reicht nicht mehr, dass eine Frau ihren Pelzmantel aufmacht. Damit kann man noch nicht mal mehr anschaffen gehen. Das Kraftfeld für viele Femme-fatale-Noir-Geschichten ist natürlich die Frau. Das Publikum soll sie begehren. Schließlich wird die Frau für dieses Begehren geopfert: Die Schlampe wird überfahren, angezündet, erhängt sich, muss büßen dafür, dass wir sie nicht kriegen können, dass sie unerreichbar ist. Neunzig Prozent aller italienischen Schlager besingen tote Frauen. Das kam mir so abgeschmackt vor"

critic.de: „Die Ökonomie des Geldes und die Ökonomie der Liebe“, 6. Januar 2009
[zu Jerichow]

Montag, 20. Juli 2009

Für wenige Zeichen braucht man keine Extra-Application Part I

Die größte Lüge
war wie immer
es geht mir gut.

Samstag, 18. Juli 2009

...

and no, I can't write reviews without a Buffy-reference. By the way, kung-fu arch nemesiseses bunnies are back. I am bunnysitting. And I am NOT making the obvious reference here.

Watchlist: 19. Juli bis 25. Juli

Sonntag, 20:15, ORF2

Tatort: Schwelbrand
Vor zwei Jahren gedrehter Bremer (Lürsen, Stedefreund) Tatort über die Neonazis im Osten Deutschlands, inklusive sehr schockierender "Wolf-im-Schafspelz"-Prognose, die den vielen Artikeln entsprechen, in denen geschrieben steht, dass die Rechtsextremen jetzt 1) nicht mehr so aussehen wie früher und sich 2) "intellektuelle" Unterfütterung zulegen. Mit Jeanette Biedermann und MIA.

Sonntag, 23:50, ARD

The Fountain



Komplexer, von der Kritik nicht gewürdigter Sci-Fi-Film von Darren Aronofsky (Pi, Requiem for a Dream), in dem sich drei Handlungsstränge um die Überwindung des Todes drehen. Mit Hugh Jackman, Rachel Weisz, und bewährter Musik von Clint Mansell.

Sonntag, 01:10, ARTE

Hochglanz hochpolitisch
"Die Zeitschriftenbranche setzt mehrere Milliarden Dollar um und hat - im Guten wie im Schlechten - eine immense Wirkung auf die Leser. Hochglanzmagazine verkaufen den schönen Schein. Aber es waren auch die Zeitschriften, die zuerst über Aids aufklärten, die Gefährlichkeit des Rauchens aufdeckten und über gesunde Ernährung informierten. "Time", der "Playboy", das "Rolling Stone"-Musikmagazin, Helen Gurley Browns "Cosmoplitan" oder Gloria Steinems "Miss"-Magazin - sie legten den entscheidenden Hebel um, Dinge zu verändern. [...]
Die Dokumentation nimmt den Zuschauer mit in die Verlagsräume, zu den Interviews und Fotoshootings der auflagenstärksten Zeitschriften der Welt. Sie entdeckt die schillernden Seiten, aber auch die Spannungen und Konflikte der Menschen, die diese Blätter so attraktiv machen für Millionen Leser und vor allem Leserinnen."

[link]
Dienstag, 21:00, ARTE

Betty Blue – 37,2 Grad am Morgen



Freitag, 22:30, 3sat

Kaffee, Milch, Zucker (Boys on the Side)
Women-on-the-run-Klassiker von 1994 mit fantastischer Besetzung: Whoopi Goldberg, Drew Barrymore und Mary-Louise Parker ("Weeds", "Angels in America") begeben sich von New York aus auf einen Road Trip und stranden in Arizona. Gefühlsmäßig nahe an "Fried Green Tomatoes", fantastisch gespielt, mit sehr jungem Matthew McConaughey.

Samstag, 01:10, ORF1

Finding Neverland



Johnny Depp als James Barrie, Erfinder von Peter Pan, Kate Winslet als traurige Witwe mit inspirierenden Kindern. Radha Mitchell ("Pitch Black", "High Art") als verbitterte Ehefrau (passt ihr nicht sehr gut).

Donnerstag, 16. Juli 2009

Columnize my Randomness, Part 19

In einem vor einigen Wochen erschienenen Artikel in der Welt, der sich um "urban fantasy" dreht, wird Harry Potter in dieses Genre eingeordnet - obwohl die Serie für mich überhaupt nicht an Städte gebunden ist. London und eine Art von "London Underground" spielen eine Rolle, aber die beängstigenden Orte sind trotzdem die Suburbs (siehe die Eingangsszene des letzten Films) und die geschlossene Welt Hogwarts, wo sich die große Politik widerspiegelt. Bei "urban fantasy" denke ich an Neil Gaimans "Neverwhere" als bestes Beispiel, oder das Los Angeles in "Angel" als urbaner Kontrast zur Kleinstadt Sunnydale in "Buffy.

Welt: Harry und Dumbledore fahren jetzt U-Bahn, 6. Juli 2009

Talking about Harry Potter, gestern hatte der sechste Teil "Harry Potter and the Half-Blood Prince" Premiere - mixed reviews, ich werde den Film morgen sehen, und bis jetzt versucht, Trailer und Bilder zu vermeiden - trotzdem ziemlich psyched, hoffend, dass die zweite Reihe (Luna, Neville) auch ein bisschen Platz bekommen.

NY Times: In Latest ‘Harry Potter,’ Rage and Hormones
, July 15, 2oo9
PopMatters-Review

Noch eine kurze Bemerkung: "Daria", eine MTV-Serie deren Ende ziemlich identisch mit dem endgültigen Niedergang des Musikfernsehens (etwa 2002?) war, wird zumindest in den USA 2010 auf DVD erscheinen. Das Gegenmodell: "Friday Night Lights", eine High-Schoolserie in der es einmal nicht um die Freaks und Geeks oder die "normalen" Leute geht, die unter den Klassenkämpfen leiden, sondern um genau die Jocks, die in so vielen anderen Fällen als oberflächliche Feinde herhalten müssen (und es ist keine überdrehte comedy show wie "Popular", die beide Seiten darstellt). Es geht um die fiktive Kleinstadt Dillon in Texas, in der sich ALLES um das High-School-Football-Team dreht - die Hoffnungen und Erwartungen einer ganzen Stadt liegen auf den Schultern einiger 16-18jähriger Jungs, die gleichzeitig mit allen möglichen anderen, eigentlich weitaus wichtigeren, Problemen kämpfen müssen. Als jemand, der kein Interesse für Football, oder "the other side of the aisle" hat, war es eine Überraschung, wie mitreißend die Serie trotzdem ist - auch wegen der an "BSG" erinnernden Kameraführung (ein bisschen shaky, immer sehr nahe dran an den Charakteren).

and finally: The Dead Weather, eine Kooperation zwischen Jack White und Alison Mosshart (formerly known as VV von den "Kills"), hat ein Album namens "Horehound" veröffentlich. Jack spielt die Drums.



Mittwoch, 15. Juli 2009

Minority mainstream

While I find many of the things written about the Senate Judiciary committee hearings on Sonia Sotomayor's candidacy for the Supreme Court not very helpful, the basic point behind the Republican argument - that someone who points out their individual perspective based on their experiences that might also have to do with challenges specifically met by non-white and upper class women in the US might be "biased" is very revealing. The argument comes from the idea that there is a mainstream in the US and that everybody who does not meet certain criteria deviates from this mainstream, or standard. The standard is white and male - so far, an incredibly majority of Supreme Court Justices have been white and male. Everything else is a deviation, the problem naturally being that the US is not the Vatican, so therefore an imaginary white male mainstream does in no way represent the diversity in the country.
The argument is especially interesting since it comes a couple of months after the post-race headlines following Barack Obama's election.

By the way: some of the comments provided by (now no longer both junior and senior) Senator from Minnesota Amy Klobuchar, now in the tiny, tiny group of Senators I can spell and actually place on the map thanks to the Rachel Maddow Show, are among the best things from this hearing. Those by Republicans regarding "empathy" and how it is an evil personal quality to possess, not so much.

NY Times: Republicans Press Judge About Bias, July 14, 2009

Dienstag, 14. Juli 2009

...

äh, gelsenplage anyone?

Samstag, 11. Juli 2009

Watchlist: 12. Juli bis 18. Juli

Sonntag, 23:55, ARD

Thumbsucker



Montag, 22:45, ARD

Gegenüber
"Der Streifenpolizist Georg (Matthias Brandt) und die Lehrerin Anne (Victoria Trauttmansdorff) führen nach außen hin eine harmonische Ehe. Nicht einmal Georgs jüngerer Kollege (Wotan Wilke Möhring) ahnt etwas von den Konflikten, die das Leben des Paares seit Jahren bestimmen. Doch hinter der harmlosen Fassade herrscht der emotionale Ausnahmezustand: Der introvertierte Georg schenkt der frustrierten Anne zu wenig Beachtung, Anne reagiert auf die permanente Konfliktsituation mit Gewaltausbrüchen, die ihr Mann resignierend über sich ergehen lässt … Von der Kritik gefeiertes Regiedebüt des deutschen Filmemachers Jan Bonny, der das Thema häusliche Gewalt in einen vielschichtigen Film einfließen ließ."
Mittwoch, 00:50, ARTE

Lovely Rita
Jessica Hausners ("Hotel") Debütfilm über eintöniges Eingesperrtsein und Liebesentzug im Wiener Speckgürtel hat mit damals in meiner mittleren Jugend ziemlich heftig erwischt - und wahrscheinlich verliert der streckenweise gefühlsmäßig an "The Ice Storm" erinnernde Film auch seine Kraft nicht, wenn man dem suburban sprawl entgangen ist. Barbara Osiko in der Hauptrolle und Laiendarstellerin überzeugt.


...not really proudly presenting the new (also, dead) celebrity member

"Austria has few prominent gay figures. There's Alfons Haider, the host of Strictly Come Dancing, a sort of Austrian Dancing With the Stars, and the supposed inspiration behind the Brüno character. Lunacek, a Green Party politician, is known for her work in Austrian parliament and now represents Austria in the European Parliament. Perhaps the most famous Austrian homosexual was Jorg Haider (no relation to Alfons), the longtime leader of the far-right Austrian Freedom Party and Alliance for the Future of Austria, who died in a car crash after leaving a gay bar. Although Haider was not out during his lifetime, his successor as head of the Alliance party claimed that their relationship "went far beyond friendship." For years, a T-shirt commonly seen at gay pride parades said, "I'm Haider's Boyfriend."

Slate: Vienna Sausage. Is Brüno really representative of Austria's gay community?, July 10, 2009
File under: Also vaguely wacky fun.

Freitag, 10. Juli 2009

It's a small world

The same week in which Jane Espenson's run on the Season 8 of Buffy (in comic form) starts, the pilot movie to "Warehouse 13" on the rebranded Syfy-Channel (no pun intended) previously known as Sci-Fi-Channel aired. I have to admit that it actually took me eight hours of sleep to realize who exactly the guy on the last panel of #26 was (although "Huh" should have tipped me off, and there were rumours, and actually the brilliant-as-always Jo Chen cover gave it away but I am not very comic-literate) - but I am very, very hopeful that Espenson is going to get the comic series back on track, since the focus seemed to be a bit lost over the past few issues. The comic series doesn't have the same emotional depth that the show has (and roughly 35 pages a month just can't replace 45 minutes a week), but still, I am kind of amazed at the sheer grandeur the medium offers. The fact that the nemesiseseses of this run actually are well-known characters, some of which were previously presumed dead, or on the good side, is also pretty fracking awesome.
But about "Warehouse 13" - it took me some time to get used to "Fringe", and the great acting of the three main characters helped a lot. Now "Warehouse 13" also lives off the basic "X-Files" elements: the sceptic, cold female agents, the nice, likeable kinda guy, but since Espenson is one of the creators, it comes with a nice dose of geekness (it's about a secret government organization that collects "artefacts" of every kind in a giant underground warehouse). The pilot isn't quite as fascinating as Espenson's other gig (does she ever sleep?) "Caprica" was, but the summer doesn't offer that many choices, so I'll keep watching.

Warehouse 13-Trailer


And talking about many things Joss: A trailer for the previously unaired episode "Epitaph One" has been released last week. It features Felicia Day and my favourite Doll that might not show up a lot in the upcoming second season due to other engagements of actress Amy Acker. Darn you, "Happy Town"!



Donnerstag, 09. Juli 2009

It seems to be too late for that, now

After Bernie Madoff's trial and life sentence, it seems that the discussion on personal responsibility for the crisis has vanished, and the only thing still talked about are occasional shocking figures of (un)employment and one company after another reporting to let go employees. But hey, we're still doing OK, so why worry, right?
"As Pecora relentlessly grilled the most famous names in finance, the nation relived the 1920s boom in a collective act of national remembrance. The hearings started in a modest committee room, but as the public was swept up in the drama, they shifted to a stately caucus room, illuminated by chandeliers and flashbulbs. As it gained momentum, the inquiry expanded until it shined a searchlight into every murky corner of Wall Street. Pecora exposed a stock market manipulated by speculators to the detriment of small investors who could suddenly attach names and faces to their losses.
Bankers had been demigods in the 1920s, their doings followed avidly, their market commentary quoted with reverence. They had inhabited a clubby world of chauffeured limousines and wood-paneled rooms, insulated from ordinary Americans. Now Pecora defrocked these high priests, making them seem small and shabby. "

NY Times: Where Is Our Ferdinand Pecora?, January 5, 2009

Dienstag, 07. Juli 2009

Agreement on Nuclear Weapons Treaty, or, ooops

"President Obama met Prime Minister Vladimir V. Putin on Tuesday, the day after he signed an agreement to cut American and Russian strategic nuclear arsenals by at least one-quarter, a first step in a broader effort intended to reduce the threat of such weapons drastically and to prevent their further spread to unstable regions.
[...]
As the handpicked successor to Mr. Putin as president, Mr. Medvedev took office after elections last year, but Mr. Putin is generally considered the paramount political force in Russia. Even Mr. Obama, tired after an all-night flight from Washington and a full day of activities on Monday, at one point started to refer to Mr. Putin as “President,” then caught himself and said, “Prime Minister Putin.”

NY Times: Obama Meets Putin After Signing Weapons Deal, July 7, 2009

NY Times: U.S.-Russia Nuclear Agreement Is First Step in Broad Effort, July 6, 2009
Center for American Progress: A Strategy and New Agenda for U.S. Russia Policy, July 2, 2009
Council on Foreign Relations: Seeking Substance in Moscow, July 6, 2009

Montag, 06. Juli 2009

Sommer in Wien II - Der Rest

O-Töne im Museumsquartier
9. Juli bis 17. August

zum Beispiel:
30. Juli: Walter Kappacher
6. August: Paul Jandl
27. August: Wolf Haas

Juli Zeh & Slut Corpus Delicti
27. September im WUK

Juli Zehs aktueller Roman wird mit Hilfe der Band Slut vertont - "Schallnovelle".

Platzkonzerte
3. Juli bis 8. August im WUK

zum Beispiel:
15. Juli: Marilies Jagsch
31. Juli: Mika Vember

Final Fantasy live in der Szene Wien
9. August

Kunsthalle Wien: The Portrait: Photography as a Stage.
3. Juli bis 18. Oktober

Unter anderem mit Fotografien von Robert Mapplethorpe, Nan Goldin, Anton Corbijn, Thomas Ruff, Wolfgang Tillmans.

Designforum Wien: Krieg der Zeichen: Spurenlesen im urbanen Raum.
21. Mai bis 30. August



ImPulsTanz
16. Juli bis 16. August

Gürtel Night Walk XII
29. August bis 30. August, Gürtelbögen

Unter anderem mit: Son of the Velvet Rat. More too be announced

Elsewhere:

Parque Del Sol 2009
27. Juli bis 2. August
Sankt Pölten

Konfrontationen 2009
10. Juli bis 12. Juli
Nickelsdorf

Unter anderem mit Eva Jantschitsch, Philipp Quehenberger und Christian Fennesz.

...

Wochenende in kurz: Furchtbares Resultat übertriebener Regenfälle und Nähe zu einem romantischen Teich sind Gelsenschwärme. Mein Körper geht damit merkwürdig um und braucht etwa 12 Stunden, um zu realisieren, dass was passiert ist. Aber dann richtig.
Die Familien anderer, egal wie funktional und freundlich und herzlich, haben immer eine unheimliche Aura von "I shouldn't really be here".
Juli Zehs "Adler und Engel" zum dritten Mal gelesen, daran gescheitert, die Handlung für andere Menschen zusammenzufassen, was für den Roman spricht. Passt auch besser zum derzeitigen Gefühl als "Schilf", weil Wien und Sommer und so. Und die Idee, dass man nach manchen Verlusten einfach nicht mehr weiterleben kann (oder vielleicht auch schon, ein bisschen bleibt das ja offen, aber ich bin kein optimistischer Mensch) ist hier besonders kunstfertig durchexerziert.
Dilemma in Freundesgruppe, das spannenderweise erstmals Anfang 20 auftritt (wir kennen uns ja schon lange, großteils seit mehr als 10 Jahren...) - ist der kleinere Bruder der Freundin eine no-go-area? Discuss. Aber in Wirklichkeit sind wir ja heimlich erpicht darauf, unser Leben in eine kleine feine Soap-Opera à la "Dawson's Creek" zu verwandeln (ja, so alt sind wir). Ich hatte eine persönliche Meinung zum Thema aber die Position als unbeteiligte Chronistin steht mir einfach besser. Außerdem habe ich ganz andere Probleme.

Samstag, 04. Juli 2009

Sommer in Wien I - Kino im Regen (äh, im Freien)

Ein Sommer im Schloss
Schloss Neugebäude, Otmar Brix Gasse 1, 1100 Wien
so ziemlich der schönste Ort zum Filmschauen, wenn auch Abgelegen (das nach Hause kommen ist der schwierigste Teil)

zum Beispiel:

5. Juli: Star Trek XI
11. Juli: Slumdog Millionaire
16. Juli: So finster die Nacht ("Let the Right One In")
28. Juli: Wall-E
29. Juli: Revanche
15. August: The Dark Knight
25. August: Frost/Nixon
1. September: Waltz with Bashir
4. September: Harry Potter und der Halbblutprinz

Arena Sommerkino
Baumgasse 80, 1030 Wien

zum Beispiel:
10. August: Slumdog Millionaire
16. August: Wendy & Lucy
17. August: Der Knochenmann
21. August: Waltz with Bashir
23. August: So finster die Nacht
26. August: [Rec]

Film Festival Rathausplatz
Rathausplatz, 1010 Wien
gratis

Halt eher wegen des Essens....

zum Beispiel:
7. Juli, 16. August: The Cure - live a Paris 2008

Kino am Dach: sense of humour
Dachterrasse der Hauptbücher, 1070 Wien

zum Beispiel:
8. Juli: Indien
10. Juli: Ghost World
18. Juli: Fargo
19. Juli: Modern Times
22. Juli: Me and You and Everyone We Know
1. August: Be Kind Rewind
8. August: Rushmore
15. August: Dogma

Kino unter Sternen
Karlsplatz, 1040 Wien
gratis

zum Beispiel:
10. Juli: Silentium
12. Juli: Mein halbes Leben
15. Juli: Die Ausgesperrten
18. Juli: Revanche

Kino wie noch nie
Filmarchiv Augarten, Obere Augartenstraße 1, 1020 Wien

zum Beispiel:
10. Juli: Nosferatu
11. Juli: Jules et Jim
15. Juli: Sunrise - A Song of two Humans
16. Juli: Hundstage
18. Juli: I'm not There
25. Juli: Jackie Brown
8. August: The Cooler
17. August: Blue Moon

Volxkino
gratis

zum Beispiel:
24. Juli: Vicky Christina Barcelona (Dornerplatz, 1170 Wien)
7. August: Lars and the Real Girl (Paulusgasse 10, 1030 Wien)
20. August: Waltz with Bashir (Karmelitermarkt, 1020 Wien)
4. September: Der Knochenmann (Meidlinger Markt, 1120 Wien)
11. September: Be Kind Rewind (Heiligenstädterpark, 1190 Wien)

Watchlist: 5. Juli bis 11. Juli

Sonntag, 20:00, OKTO

Oktoskop: Café Elektric


Montag, 22:15, ZDF

Wahre Lügen (Where the Truth Lies)
Drama von Atom Egoyan ("Exotica", "The Sweet Hereafter") mit Kevin Bacon, Colin Firth und Alison Lohman.

Montag, 23.00, SWR

Das letzte Stück Himmel
"Modefotograf Anno (David Rott) ist gerade bei der Arbeit mit einem Model, als ihn sein Bruder Julian (Max von Pufendorf) anruft: Er werde sich in Wuppertal von der höchsten Eisenbahnbrücke Deutschlands stürzen. Anno glaubt nicht, dass Julian ein weiterer Klinikaufenthalt helfen kann, und holt ihn zu sich nach München, um ihm die Schönheit der Welt zu zeigen. Ein in Annos Auto vergessener Reisepass bringt die beiden unterschiedlichen Brüder mit Laura (Nora Tschirner) zusammen. Nach und nach verlieben sich beide in die schöne Dunkelhaarige."
Dienstag, 23:25, BR

Tony Takitani
Nach einem Roman von Haruki Murakami



Dienstag, 01:55, ARTE

Portrait: Nina Hoss

Mittwoch, 00:10, ARTE

Lonesome Jim
Kleine feine Komödie mit Casey Affleck und Tyler, über einen Schriftsteller, der in New York gescheitert ist und jetzt in das Elternhaus in einem Nest in Indiana zurückkehrt.



Donnerstag, 23:30, ZDF

Little Miss Sunshine
Zumindest, um sich einmal eine eigene Meinung über den perfekt für die Marktlücke produzierten Film zu bilden: wenigstens die Besetzung ist überzeugend (Toni Collette, Alan Arkin).

Donnerstag, 02. Juli 2009

Budapest





ganz großer Insidertipp: das Sirius Teaház mit Stockbetten und Höhlen.

After leaving Iraq's cities, US troops turn to an offensive in Afghanistan

"Unterstützt von zahlreichen Kampfhubschraubern gehen neben mehr als 4000 US-Marineinfanteristen auch 650 afghanische Kräfte aus Armee und Polizei gegen die Taliban vor. Die Operation "Krummdolch" begann nach Berichten von US-Medien in den frühen Morgenstunden und konzentriert sich auf die südafghanische Provinz Helmand. Sie gilt als Hochburg der Islamisten und Zentrum des Opiumanbaus."

Die Zeit: USA starten Großoffensive gegen Taliban, 2. Juli 2009

Der Abzug der US-Truppen aus den größeren irakischen Städten, (lediglich vereinzelte Soldaten sollen zur "Unterstützung" der irakischen Sicherheitstruppen verbleiben, Kampfeinsätze müssen abgesprochen werden) der Dienstag letzte Woche begonnen hat, geht einher mit einer massiven Truppenaufstockung in Afghanistan. In den vergangenen Monaten hat sich die Situation dort und im angrenzenden Pakistan verschärft.
"The security agreement between Iraq and the United States that set the June 30 deadline for withdrawing from the cities, and from the country by 2011, gave American commanders broad discretion to continue operations.
But decisions on what Americans remain where — doing what — ultimately now rest with the Iraqis, and the Americans have deferred in negotiations.
“We will be gone in whatever way the Iraqi government tells us to be gone,” said Lt. Col. Timothy M. Karcher, commander of the forces departing Sadr City.
It is far from a complete withdrawal, of course. Thousands of American troops will remain in Baghdad and other cities, merely shifting their role from combat to training and advising. So far there are no restrictions yet on the American use of helicopters, a regular reminder overhead of remaining firepower."

NY Times: Premier Casting U.S. Withdrawal as Iraq Victory, June 25, 2009
Vor zwei Monaten argumentierte Ulrich Ladurner in "Der Zeit", dass die Truppen in Afghanistan auf verlorenem Posten stünden, da alle seit 2001 aufgewendeten Mittel nicht ausreichen, um den Staat zu demokratisieren, und die Angriffe nicht wesentlich abnehmen. Die Offensive der USA konzentriert sich auf eine südafghanische Provinz, deutsche Truppen sind davon nicht betroffen, da sie hauptsächlich im Westen stationiert sind. Obamas fünfpfeilige Strategie für Afghanistan wurde im März vorgestellt - die Kehrseite dabei ist immer, dass die Alliierten Truppen die Kampfeinsätze den USA überlassen und nicht ihrerseits (vor allem Deutschland und Frankreich) zu Truppenaufstockungen bereit sind.
"Präsident Barack Obamas neue Afghanistan-Strategie stützt sich auf fünf Pfeiler. Er verdoppelt die Zahl der US-Truppen. Er weitet die Ausbildung afghanischer Soldaten und Polizisten aus. Er verstärkt den zivilen Wiederaufbau. Er trägt den Kampf gegen den Widerstand nach Pakistan, wie er überhaupt von einer gemeinsamen Strategie für beide Länder sprach. Und er möchte einzelne Gruppen aus dem Widerstand herausbrechen; das hatte im Irak zur Wende beigetragen."

Die Zeit: Strategie mit fünf Pfeilern, 29. März 2009
NY Times: U.S. Marines Try to Retake Afghan Valley From Taliban, July 1, 2009
Wall Street Journal: U.S. Launches South Afghan Offensive, July 2, 2009

Mittwoch, 01. Juli 2009

...

The well-practiced British accent holds for as long as I can keep David Tennant's awesome hair in my mind - then it disappears and what remains is a small, insecure girl who forgets what she has prepared for the presentation and just hurries so that she can still come out alive.
But now it's fine. Holidays. Pictures of Budapest shall follow soon. It was one of the cities I could imagine to live in, if the language wasn't quite so strange.